Das GSG


WILLKOMMEN AM GESCHWISTER-SCHOLL-GYMNASIUM

Sehr geehrte Schulgemeinschaft, sehr geehrte Besucher dieser Homepage,

als Schulleiter begrüße ich Sie ganz herzlich auf diesen Seiten. Seit Februar 2016 leite ich das Geschwister-Scholl-Gymnasium, davor war ich dreieinhalb Jahre stellvertretender Schulleiter am Gymnasium Eckental.

Schule ist viel mehr als Lernen und Unterricht. Sie ist bei unserem Gymnasium ein „Lebensraum“ von über 2.000 Menschen und damit auch einem kontinuierlichen Wandel unterlegen. Die Leitung einer Schule bietet die Möglichkeit, anstehende Veränderungen und Neuerungen positiv zu begleiten und dabei zugleich das Erreichte und Bewährte zu erhalten und weiterzuentwickeln. Mit beispielsweise einer neuen Lehrplangeneration und der Generalsanierung des Gebäudes stehen in den kommenden Jahren große Herausforderungen, aber auch Chancen an. Ich freue mich, diese gemeinsam mit Kollegium, Eltern, Schülern, schulischen Gremien, dem Landkreis Nürnberger Land als Sachaufwandsträger, der Stadt Röthenbach und mit allen Freunden und Förderern der Schule anzugehen.

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium trägt einen seiner Bildungsschwerpunkte, die Werteerziehung, bereits im Namen. Mit seinen drei Ausbildungsrichtungen, einer spät beginnenden Fremdsprache, einer Einführungsklasse und zahlreichen Angeboten eines breiten Schullebens weist es zudem ein äußerst attraktives schulisches Angebot auf. Sie finden auf diesen Webseiten vielfältigste Informationen dazu. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

C. Berthold, OStD

berthold_schulleiter
 Homepage_Ber_-_klein CLEMENS BERTHOLD
OBERSTUDIENDIREKTOR
SCHULLEITER
MATHEMATIK, PHYSIK
 thumb_img_1825_1024 DIRK BENKER
STUDIENDIREKTOR
STÄNDIGER VERTRETER DES SCHULLEITERS
DEUTSCH, GESCHICHTE, THEATER
 Homepage_Rup_-_klein HUBERT RUPPERT
STUDIENDIREKTOR
MITARBEITER IM DIREKTORAT
MUSIK
 Homepage_Pfl_-_klein CHRISTINA PFEIL
STUDIENDIREKTORIN
MITARBEITERIN IM DIREKTORAT (nach LDO)
ENGLISCH, FRANZÖSISCH

sekretariat_web   hausmeister

Unser Sekretariat ist mit VAe Christiane Feldbauer, VAe Margit Voigt, VAe Andrea Sopejstal und VAe Ingrid Scheurer (v. l. n. r.) besetzt.

Sie erreichen unsere Mitarbeiterinnen hier.

Unser Hausmeister (rechts), Herr Jürgen Trabandt, ist über das Sekretariat erreichbar.

kollegium-gsg

StR Ammon, Christian
  • Mathematik
  • Physik
OStR Bäumler, Peter
  • Latein
  • ev. Religion
StD Bartel, Manfred
  • Biologie
  • Chemie
Lin Baumann, Johanna
  • Deutsch
  • Englisch
  • Mathematik
OStRin Becker, Ursula
  • Englisch
  • Sport
StR Birnmeyer, Benedikt-Kilian
  • Wirtschaft und Recht
  • Geographie
OStRin Bösel, Dorothee
  • Latein
  • kath. Religion
StD Braun, Armin
  • Wirtschaft und Recht
  • Sport
StR Bretzner, Sebastian
  • Mathematik
  • Wirtschaft und Recht
StRin Bretzner, Stefanie
  • Deutsch
  • Geographie
  • Ethik
OStRin i.BV. Christoffers, Gabriele
  • Musik
  • Kunst
StRin i. BV. Dietz, Angela
  • Mathematik
  • Physik
StRef Federlein, Marius
  • Mathematik
  • Physik
LAv Fuchs, René
  • Sport
OStR Fuchshuber, Joachim
  • Mathematik
  • Informatik
  • Sport
OStRin Georg Orrù, Anne-Rose
  • Deutsch
  • Französisch
  • Italienisch
Pf Geyer, Thomas
  • ev. Religion
StRefin Goller-Kliem, Sabine
  • Deutsch
  • Sozialkunde
  • Ethik
OStRin Grillmeier, Andrea
  • Latein
  • Psychologie
LAv Gubo, Norbert
  • Musik
LAssin Güthlein, Martina
  • Geographie
  • Deutsch
  • Ethik
OStRin Haiber, Karin
  • Deutsch
  • Geschichte
OStRin Henning, Andrea
  • Englisch
  • Geographie
StRin Hiel, Bettina
  • Englisch
  • Französisch
Dipl.-Sportwissenschaftler Hölzlein, Frank
  • Sport
StRefin Hörstel, Valerie
  • Deutsch
  • Geographie
OStRin Hunold, Sandra
  • Englisch
  • Sport
StRin Igel, Silke
  • Englisch
  • Französisch
OStRin Jack, Christine
  • Mathematik
  • Wirtschaft und Recht
OStR Knieling, Thomas
  • Deutsch
  • Geographie
  • Geschichte
StDin Koch, Heike
  • Biologie
  • Chemie
StRin Köhler, Christiane
  • Mathematik
  • Wirtschaft und Recht
OStRin Korn, Christine
  • Kunst
OStRin i.BV. Kubicek, Marianne
  • Deutsch
  • Geschichte
  • Sozialkunde
StDin Lehnert, Yvonne
  • Deutsch
  • Sport
  • Ethik
OStRin Lendl, Andrea
  • Deutsch
  • Englisch
Pfin Löffler, Stephanie
  • ev. Religion
StD Mayer, Alfred
  • Latein
  • kath. Religion
OStR Neubing, Axel
  • Mathematik
  • Sport
OStRin Novák, Christine
  • Englisch
  • Sport
  • Geographie
Lin Plattmeier, Edeltraut
  • Deutsch
  • Mathematik
StRin Pohlers, Barbara
  • Wirtschaft und Recht
  • Geographie
StDin Prucker, Gudrun
  • Deutsch
  • Englisch
StDin Rauh, Raphaela
  • Englisch
  • Französisch
StR Reitzenstein, Sebastian
  • Biologie
  • Chemie
  • Englisch
Lav Renzi, Stefano
  • Musik
StRin Rösl, Diane
  • Deutsch
  • Englisch
OStRin Roider, Kirstin
  • Latein
  • Deutsch
  • Italienisch
StRin i.BV. Rzehak, Claudia
  • Englisch
  • Geschichte
OStR Scharf, Michael
  • Deutsch
  • Geschichte
  • Sozialkunde
OStRin Schellinger, Heidi
  • Deutsch
  • Französisch
OStR Dr. Scherz, Florian
  • Wirtschaft und Recht
  • ev. Religion
  • Geographie
StDin Schleinkofer-Kirsch, Elisabeth
  • Englisch
  • Sport
OStRin Schmidt-Thiel, Daniela
  • Mathematik
  • Wirtschaft und Recht
OStRin Schmoll, Brigitte
  • Latein
  • Englisch
  • Russisch
StD Schreiber, Franz
  • Mathematik
  • Chemie
StRin Schreiner, Daniela
  • Mathematik
  • Physik
LAv Sikora, Michael
  • Musik
StRin Sindek-Junger, Ellen
  • Deutsch
  • Biologie
  • Sport
StD Sölch, Walter
  • Mathematik
  • Physik
StD Sölch, Willi
  • Mathematik
  • Physik
StDin Söldner, Sigrid
  • Deutsch
  • Geschichte
  • Sozialkunde
  • Ethik
StRin Störkel, Sandra
  • Musik
StRin Sünkel, Simone
  • Englisch
  • Französisch
StRin Trinkl, Cornelia
  • Englisch
  • Spanisch
  • Italienisch
OStRin Viewegh, Carola
  • Englisch
  • Geschichte
StR Viktorin, Jan
  • Biologie
  • Chemie
OStRin Wagner-Paulus Priska
  • Musik
OStR Walther, Horst
  • Deutsch
  • Geschichte
  • Sozialkunde
LAv Weiß, Irmelin
  • Instrumental
StRef Windsheimer, Fabian
  • Biologie
  • Chemie

SCHULPROFIL

 

wilkommenDas Schulprofil eines Gymnasiums braucht Identifikationspunkte. Der Name Geschwister-Scholl-Gymnasium Röthenbach a. d. Pegnitz, den wir seit 1. August 2002 tragen, ist ein solcher Punkt. An ihm lässt sich gut deutlich machen, was wir als Schule und Schulgemeinschaft sein wollen:

• ein Ort der Ausbildung, des Lernens, der qualitativ hochwertigen Wissensvermittlung, ein Ort des Einübens von Verhaltensweisen und Lerntechniken, ein Ort des Erwerbs von Allgemeinbildung und Studierfähigkeit

• ein Ort der Charakter- und Persönlichkeitsbildung, des gemeinsamen Erlebens, wo Überzeugungen und Wertvorstellungen nicht nur abstrakt und theoretisch diskutiert, sondern im gemeinsamen Miteinander erfahrbar werden

• ein Ort des Engagements im Unterricht und darüber hinaus, wie es in zahlreichen Projektgruppen und Initiativen, Arbeitsgemeinschaften und Teams geschieht

• ein Ort mit einer hohen Lebensqualität und einem konstruktiven Miteinander in gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz, die Leistungsbereitschaft und Erfolgserlebnisse zur Folge haben

 

AUSBILDUNGSRICHTUNGEN UND FREMDSPRACHEN

  • Von Ausbildungsrichtungen bzw. Zweigen spricht man am Gymnasium in Bayern ab der 8. Jahrgangsstufe.
  • Unabhängig davon gibt es ab der 6. Jahrgangsstufe verschiedene Fremdsprachenfolgen.
  • Die Qualifikationsphase der Oberstufe (Q11/12) besitzt eigene Belegungsregeln für die (Abitur-)Fächer.

 

zweige-gsgNaturwissenschaftlich-technologischer Zweig (NTG):

  • Chemie ab Jgst. 8 (Kernfach)
  • Informatik ab Jgst. 9
  • Physik, Chemie mit höherer Stundenzahl (Profil-Stunden)

Sprachlicher Zweig (SG):

  • Französisch als dritte Fremdsprache ab Jgst. 8 (Kernfach)

Wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Zweig (WSGW):

  • Wirtschaft und Recht ab Jgst. 8 (Kernfach)
  • Wirtschaftsinformatik ab Jgst. 8
  • Sozialkunde ab Jgst. 9

 

Fremdsprachenfolgen:

1. Fremdsprache:  Englisch

2. Fremdsprache:  Latein oder Französisch

3. Fremdsprache:  Französisch (nur im sprachlichen Zweig und bei Wahl von Latein in Jgst. 6)

4. Fremdsprache:  Italienisch spätbeginnend (ersetzt ggf. die 2. Fremdsprache in Jgst. 10)

 

PERCUSSIONKLASSE (5. und 6. Jgst.)

Der Rhythmus ist die Basis allen Musizierens, und so beschäftigt sich die Percussionklasse mit der Rhythmik auf drei Ebenen: neben Body- und Vocalpercussion stehen vor allem die Instrumente im Vordergrund. Die Motorik spielt dabei eine zentrale Rolle, sodass in diesem Modell auch die Entwicklung der Fein- und Grobmotorik gefördert werden kann. Doch gleichzeitig ist eine Percussionklasse viel mehr als nur gemeinsames Trommeln: sie schult die ästhetische Wahrnehmung des eigenen Körpers. Die Kinder finden über den eigenen Herzschlag zum Metrum und über den gemeinsamen Beat zum musikalischen Zusammenwirken als Gruppe.

  • musikalische Fertigkeiten fördern
  • Sozialkompetenz steigern
  • Klassengemeinschaft stärken
  • 3 statt 2 Musikstunden, 2 Musiklehrer (Herr Sikora, Herr Renzi)
  • Instrumente werden gestellt, 5 € pro Monat

 

EINFÜHRUNGSKLASSE

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Röthenbach bietet meist eine so genannte Einführungsklasse an. In dieser besonderen Klasse des Gymnasiums werden Schülerinnen und Schüler mit dem mittleren Schulabschluss, also Absolventen der Realschule, der Wirtschaftsschule oder der 10. M-Klasse der Haupt- bzw. Mittelschule, gezielt auf die Anforderungen der Oberstufe des Gymnasiums vorbereitet. Ein erfolgreicher Besuch berechtigt zum Eintritt in die Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 11 und 12) des Gymnasiums. Damit können diese Schüler die Abiturprüfung am Gymnasium ablegen und so die allgemeine Hochschulreife erwerben.

 

EINRICHTUNGEN

 luftbild

  • Dreifachturnhalle, großzügige Außensportanlagen
  • Schülercafé Lazy’s
  • Keramikraum, Werkraum
  • Computerräume und Medienräume
  • Interaktive Whiteboards, Fremdsprachenraum
  • Schulgarten und grünes Klassenzimmer
  • Stadtbibliothek im Haus
  • Offene Ganztagsschule mit Nachmittagsbetreuung
  • Speisesaal mit Nebenräumen

WAHLUNTERRICHT

  • musik2Theatergruppen
  • Chöre, Orchester, Bigband, Instrumentalunterricht (Violine und Kontrabass)
  • Life Kinteik, Ballspiele, Badminton
  • Schulsanitäter, erste Hilfe
  • Robotics, Lokale Netzwerke, HTML
  • Fotovoltaik, Naturwissenschaftliches Experimentieren, Englisch für Naturwissenschaftler
  • Begabtenförderung Mathematik
  • Wettbewerbe Mathematik und Sprachen
  • Vorbereitung zur Delf-Prüfung, Sprach- und Leseförderung Deutsch, Journalistisches Schreiben, Rhetorikkurse
  • Streitschlichter
  • Schülerfirmen Cafe Lazy’s und Schulshop
  • Schultechnikteam, Jugend forsch, Experimente antworten, Aquarien

FAHRTEN UND EXKURSIONEN

  • italienZwei Wandertage pro Schuljahr
  • Kennenlerntage der 5. Klassen
  • Schullandheimaufenthalte der 6. Klassen
  • Skikurse der 7. Klassen
  • Lateinfahrt der 8. Klassen
  • Berlinfahrten der 11. Klassen
  • Schüleraustausch mit Gillingham (England)
  • Schüleraustausch mit Les-Clayes-sous-Bois (Frankreich)
  • Schüleraustausch mit Piazza Armerina (Sizilien)
  • Sprachreise nach Broadstairs (England)

UNSERE BESONDERHEITEN

  • Vielseitige Theateraufführungen
  • Weihnachts- und Sommerkonzert
  • Dichterlesungen, literarische Matinées
  • Teilnahme an Wettbewerben wie Jugend forscht oder Mathematik-Olympiadegpreis
  • Programme zur Werteerziehung und zur Erziehung im Sinne der Geschwister Scholl
  • Religiöse Besinnungstage der 10. Klassen
  • Betreuung der Unterstufenklassen durch Tutoren
  • Schülerfirmen Cafe Lazy’s und Schulshop
  • Ausgebildete Streitschlichter und Schulwegbegleiter („Cool-Rider“)
  • Schulsanitätsdienst
  • Sommerfest in Zusammenarbeit mit Elternbeirat und Förderverein
  • Sportliche Wettbewerbe
  • Berufs- und Studienbasar, Berufsberatung
  • Bewerbungstraining in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Nürnberg
  • Schnupperpraktikum „Shadowing“ in Jgst. 10
  • Methodentraining (4 Module zur Arbeitsweise am Gymnasium) in Jgst. 5
  • Methodentraining „Fit für die Oberstufe“ zu Beginn von Jgst. 11
  • Schulgottesdienste
  • Schulpsychologische Betreuung und Schullaufbahnberatung
  • Schülerzeitung „Eierkopf“
  • Projekt „Vorlesen im Kindergarten“
  • Förderunterricht in der Gelenkklasse der Jgst. 5, Sprachförderung Deutsch
  • Nachhilfebörse – „Von Schülern für Schüler“
  • Förderung von Mädchen in den Naturwissenschaften in Zusammenarbeit mit der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg

PARTNER

Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg, Diehl Metall Röthenbach, Semikron Nürnberg, Stadtwerke Röthenbach, Sparkasse Nürnberg, Raiffeisen Spar- und Kreditbank, Rödl&Partner, Arbeiter-Samariter-Bund Lauf

SCHULPROGRAMM

Mit Beschlüssen des Schulforums und der Lehrerkonferenz hat sich das Geschwister-Scholl-Gymnasium ein Schulprogramm gegeben. Neben Ausführungen zur Wissensvermittlung und zur Persönlichkeitsbildung lauten die übergeordneten Punkte:

  • Lehrer, Eltern und Schüler bilden eine Schulfamilie und bemühen sich um ein angenehmes und fruchtbares Schulklima, um die Bildungs- und Erziehungsziele des Gymnasiums bestmöglich zu verwirklichen.
  • Das Lehrerkollegium versteht sich als ein Team, das sich auf gemeinsame Ziele verständigt und durch geeignete Zusammenarbeit das Gelingen erleichtert. Dabei wird das Lehrerkollegium von der Schulleitung gefördert und unterstützt.
  • Die Eltern sind sich ihrer erzieherischen Verantwortung sowie ihrer Mitverantwortung für die schulischen Leistungen und das schulische Verhalten ihrer Kinder bewusst und unterstützen vertrauensvoll die pädagogische Arbeit der Schule.
  • Die Schülerinnen und Schüler werden zur Übernahme von Verantwortung für sich selbst und für die Gemeinschaft angeleitet.
  • Das Bildungsverständnis der Schule reicht über bloße Wissensvermittlung hinaus und hat im Sinne der Persönlichkeitsbildung den ganzen Menschen im Blick.

UNSERE GESCHICHTE

Die Bildungsoffensive der 70er Jahre führte auch zur Gründung unserer Schule.

Am 13.08.1968 beschloss das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Errichtung des Gymnasiums Röthenbach.

Im September 1972 nahm dieses zunächst als Zweigstelle des Gymnasiums Lauf seinen Unterrichtsbetrieb in den Räumen der Seespitzschule auf.

Mit Beginn des Schuljahres 1974/75 wurde die Schule endgültig selbständig.

Am 16.07.1975 konnte endlich ein eigenes Schulgebäude bezogen werden.

Im Jahr 1980/81 verließen die ersten Abiturienten die Schule.

Seit dem 1. August 2002 trägt die Schule den Namen Geschwister-Scholl-Gymnasium Röthenbach a. d. Pegnitz.

Sieben Schulleiter waren in mehr als 40 Jahren für diese Entwicklungen verantwortlich:

  • OStD Rudolf Neugebauer (Gymnasium Lauf 1972-1974)
  • OStD Dr. Willibald Göttler (1974-1981)
  • OStD Karl-Heinz Martini (1981-1991)
  • OStD Siegfried Ziegler (1991-1996)
  • OStD Peter Scharrer (1997-2010)
  • OStD Hans Wittmann (2010-2016)
  • OStD Clemens Berthold (seit 2016)

Als stellvertretende Schulleiter wirkten:

  • StD Rolf Gaßner (1974-1982)
  • StD Herbert Brich (1982-1997)
  • StD Horst Siebert (1997-2002)
  • StD Ulrich Hacker (2002-2011)
  • StDin Dr. Konstanze Seutter (seit 2011)

Das Förderkonzept des GSG

Außerunterrichtliche Maßnahmen

Im Unterricht werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Schulkarriere gelegt. Dabei erwirbt jedes Kind wichtige Kompetenzen, die wir am GSG auch außerhalb des Unterrichts gezielt mit unserem Wahlunterricht und folgenden Maßnahmen fördern:

1. FACHLICH-INHALTLICHE KOMPETENZEN

  • Freiwillige Intensivierung in den Kernfächern
  • Förderunterricht in der 5. Klasse
  • Leseprojekt in der Unterstufe
  • Nachhilfebörse
  • Ausbildung der Schultechniker
  • Ausbildung der Medienscouts
  • Wettbewerbe (Mathematik, Naturwissenschaften,Sprachen)

 2. METHODISCHE KOMPETENZEN

  • „Lernen lernen“ (5. Klasse)
  • Methodentraining in den einzelnen Jahrgangsstufen
  • Rhetorikkurse
  • Fit für die Oberstufe (11. Klasse)

3. PERSONALE KOMPETENZEN

  • Menschenrechtsbildung
  • „Geschwister-Scholl“-Profil

4. SOZIALE KOMPETENZEN

  • Ausbildung der Tutoren
  • Ausbildung der Streitschlichter
  • Ausbildung der Coolrider (Schulwegsicherheit)

LERNCOACHING

Seit einiger Zeit stehen unseren Schülerinnen und Schülern bei Bedarf zwei unserer Lehrkräfte als Lerncoaches zur Verfügung.

Lerncoaching geht von der Überlegung aus, dass der Schulerfolg oft nicht nur von der Intelligenz eines Schülers abhängt, sondern wesentlich auch von seiner Motivation und davon, wie strukturiert sein persönliches Lern- und Arbeitsverhalten ist.

Das Lerncoaching ist keine fächerspezifische Nachhilfe, sondern bietet den Lernenden eine Unterstützung beim Aufbau eines selbstständigen und erfolgreichen Lernverhaltens (Erkennung von Defiziten beim Lernen, Formulierung von Zielen, effizientere Vorbereitung auf den Unterricht, Steigerung der Merk- und Konzentrationsfähigkeit, besseres Zeitmanagement etc.), das sie in allen Fächern anwenden können.

Lerncoaching kann eine Einzelberatung sein oder eine Beratung in Kleingruppen bedeuten. Es findet über das Schuljahr verteilt an mehreren, mit den Schülerinnen und Schülern individuell vereinbarten, Terminen statt.

 

Freiwillige Intensivierung in den Kernfächern

In den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 können unsere Schülerinnen und Schüler jeweils für ein Halbjahr eine oder zwei Intensivierungsstunden in den Kernfächern belegen. Abhängig von der Lehrerzuweisung richten wir in fast allen Kernfächern kleine Lerngruppen ein, in denen die Lehrkraft nach Absprache mit dem jeweiligen Fachlehrer den einzelnen Schüler individuell fördert. Im 2. Halbjahr fordern wir gezielt alle Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe zum Besuch der Mathematikintensivierung auf, wenn ihre Leistungen im Durchschnitt schlechter als Note 4,0 sind.

Einbringungspflicht von fünf zusätzlichen Stunden bis zum Abitur

 

FÖRDERUNTERRICHT IN DER 5. KLASSE

Mit Beginn der 5. Klasse bieten wir denjenigen Kindern, die im Fach Deutsch größere Schwächen aufweisen, eine zusätzliche Förderstunde. In Gruppen mit maximal 7 Schülern werden die Lesekompetenz und die Ausdrucksfähigkeit ge­för­dert. Im 2. Halbjahr richten wir außerdem Förderunterricht in Mathematik und Englisch ein. Die Deutschförderung kann in der 6. Jahrgangsstufe fortgeführt werden. Unser Ziel ist es, das einzelne Kind zu unterstützen, damit es seine Anlaufschwierigkeiten am Gymnasium überwinden und seinen schulischen Weg bei uns erfolgreich fortsetzen kann.

 

LESEPROJEKT IN DER UNTERSTUFE

In den Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 erhält jede Klasse mehrere Kisten mit abwechslungsreicher Literatur, die Kinder können sowohl fiktionale Geschichten als auch Sachliteratur lesen. Einmal pro Woche lesen die Schüler jeweils eine Stunde lang und halten ihre Leseeindrücke immer schriftlich fest. Mit dieser Maßnahme schulen wir die generelle Lesekompetenz unserer Schüler, die in jedem Fach eine zentrale Rolle spielt.

 

NACHHILFEBÖRSE

Die Nachhilfebörse wird von Schülern für Schüler organisiert. Davon profitieren beide Seiten. Die Nachhilfelehrer vertiefen ihr fachliches Wissen, da sie nur das gut erklären können, was sie auch sicher selbst verstanden haben, und die Nachhilfeschüler schließen ihre fachlichen Lücken. Gleichzeitig fördert dieses von der SMV organisierte Projekt das soziale Miteinander an unserer Schule.

 

AUSBILDUNG DER SCHULTECHNIKER

Interessierte Schülerinnen und Schüler können in unserer Technikgruppe mitarbeiten. Hier lernen sie den Einsatz verschiedener technischer Mittel im Rahmen unserer Schulveranstaltungen kennen. Zudem unterstützen die Techniker Lehrkräfte, wenn im Klassenzimmer ein technisches Gerät streikt.

 

AUSBILDUNG DER MEDIENSCOUTS

Ab dem Schuljahr 2013/14 bilden wir gemeinsam mit der Geschwister-Scholl-Mittelschule und der Realschule Röthenbach Medienscouts aus. Schüler der
8. Jahrgangsstufe werden jedes Jahr zu Medienexperten ausgebildet und klären dann in den kommenden Schuljahren ihre gleichaltrigen Klassenkameraden über das Internet auf.

 

WETTBEWERBE

Im Wahlunterricht „LOGO“ fördern wir die mathematische Kreativität begabter Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe und bereiten sie gleich­zeitig auf verschiedene Mathematikwettbewerbe vor. Die Schüler unseres Robotics-Teams programmieren LEGO-Roboter, die sie jedes Jahr erfolgreich auf Wettbewerben präsentieren. Regelmäßig nehmen Schüler des GSG an naturwissenschaftlichen und sprachlichen Wettbewerben teil.

 

„LERNEN LERNEN“

In der 5. Jahrgangsstufe setzen sich die Kinder in vier Modulen mit folgenden Themen auseinander: Wie lerne ich richtig? Wie sieht der optimale Arbeitsplatz aus? Wie gehe ich mit Konflikten um? Woher kommt der Name unserer Schu­le? Diese Stunde „Lernen lernen“ legt den Grundstein für die metho­di­schen und personalen Kompetenzen unserer Schüler.

 

METHODENTRAINING

In jeder Jahrgangsstufe lernen die Schülerinnen und Schüler Arbeitstechniken neu kennen oder sie vertiefen bereits gelernte Methoden. Im Rahmen der pädagogischen Konferenzen legen die Fachlehrer zu Beginn des Schuljahres in den einzelnen Klassen fest, in welchem Fach die jeweilige Methode vorgestellt und erarbeitet wird. Am Ende der 10. Jahrgangsstufe verfügen unsere Schüler über ein vielfältiges Methoden­spektrum.

 

FIT FÜR DIE OBERSTUFE

Zu Beginn der 11. Klasse finden zwei Projekttage statt. Hier durchlaufen alle Schüler verschiedenen von Lehrkräften geleitete Workshops, in denen sie sich mit den für die Oberstufe zentralen Arbeitstechniken auseinandersetzen (u.a. Zeitmanagement, Präsentationstechniken und Exzerpier- und Visualisierungs­techniken).

 

RHETORIKKURSE

In Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat bieten wir ausgewählten Jahrgängen die Möglichkeit, eine externe, eintägige Rhetorikschulung zu absolvieren.

EINFÜHRUNGSKLASSE AM GESCHWISTER-SCHOLL-GYMNASIUM RÖTHENBACH FÜR SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER MIT EINEM MITTLEREN BILDUNGSABSCHLUSS

Informationsblatt zur Einführungsklasse

Jetzt downloaden.

Informationsblatt zur Einführungsklasse

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Röthenbach wird voraussichtlich auch im Schuljahr 2017/2018 wieder eine Einführungsklasse einrichten. In dieser besonderen Klasse des Gymnasiums werden Schülerinnen und Schüler mit dem mittleren Schulabschluss, also Absolventen der Realschule, der Wirtschaftsschule oder der 10. M-Klasse der Haupt- bzw. Mittelschule, gezielt auf die Anforderungen der Oberstufe des Gymnasiums vorbereitet. Ein erfolgreicher Besuch berechtigt zum Eintritt in die Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 11 und 12) des Gymnasiums. Damit können diese Schüler die Abiturprüfung am Gymnasium ablegen und so die allgemeine Hochschulreife erwerben.

Voraussetzungen für die Aufnahme in eine Einführungsklasse sind ein mittlerer Bildungsabschluss und ein pädagogisches Gutachten der zuletzt besuchten Schule, in dem die Eignung für den Besuch der Einführungsklasse bestätigt wird. Überdies darf am 30. Juni das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet sein.

Ein bestimmter Notendurchschnitt ist nicht zwingend vorgeschrieben. Da die Einführungsklasse keinem bestimmten Zweig besonders zugeordnet ist, ist sie für Realschüler aller Wahlpflichtfächergruppen geeignet. Nach erfolgter Aufnahme gibt es in der Einführungsklasse keine Probezeit.

Am Montag, dem 20.02.2017, findet im Mehrzweckraum der Schule (im Verwaltungsgebäude) ab 19.00 Uhr ein Informationsabend zur Einführungsklasse statt. Falls der Termin nicht wahrgenommen werden kann, steht Ihnen die Schulleitung (Tel. 0911-307392-0) für Fragen gerne zur Verfügung.

Die Voranmeldung zur Einführungsklasse erfolgt über die Schule, an der der mittlere Schulabschluss erworben wird. Die endgültige Anmeldung zur Einführungsklasse findet am Mittwoch, dem 26.07.17 im Sekretariat des Geschwister-Scholl-Gymnasiums statt.

Bitte zur Anmeldung folgende Unterlagen mitbringen:

Danke!

  • Geburtsurkunde
  • Abschlusszeugnis
  • Pädagogisches Gutachten

LERNEN ÜBER MENSCHENRECHTE

LERNEN DURCH MENSCHENRECHTE

 LERNEN FÜR MENSCHENRECHTE

 DAS RECHT, DAS UNS ZU MENSCHEN MACHT

 MENSCHENRECHTE ALS ANTWORT AUF 

 

DAS HISTORISCHE UNRECHT:

ZEITZEUGENGESPRÄCHE AM GSG(AUSWAHL)

 DAS AKTUELLE UNRECHT:

ZUSAMMENARBEIT MIT DEM MENSCHENRECHTSBÜRO DER STADT NÜRNBERG

 · Juli 2005: Anneliese Knoop-Graf, Schwester des Weiße-Rose-Mitglieds Willi Graf

 

  • Preisträgerin des Nürnberger Menschen-rechtspreisesTamara Chikunova aus Usbekistan zweimal zu Gast am GSG (2005 und 2007)
 knoop-graf  
 · Oktober 2005: Robert Hébras, Überlebender des Massakers der SS in Oradour Dezember 2008

Friedensnobelpreisträger A.P. Esquivel

zu Gast am GSG

robert-hebras  
 · Mai 2007: Sara Atzmon, Künstlerin aus Israel und Überlebende der Shoa Menschenrechtspreisträger 1997

Khémais Chammari

 sara-atzmann  
 · Mai 2008: Konstanze von Schulthess, Tochter des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg 60 Jahre Menschenrechte im Plakat:

Werben für die Rechte der Menschen

Plakataktion des Nürnberger Menschenrechtsbüros

 von-schulthess  
       Pavel Stranský, Überlebender des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau – 2008-2013 Zusammenarbeit mit dem BayernForum der Friedrich Ebert Stiftung:

•September 2007: Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“

   
  5. März 2009: Theateraufführung „Die weiße Rose“

(Weimarer Kulturexpress)

Anne Frank Ausstellung

Eröffnung am 19.5.2009

Schüler begleiteten Schüler und führten durch die Ausstellung.

   

     Eröffnung der Ausstellung „Die Weiße Rose. Gesichter einer Freundschaft.“

2.3.2010 Szenische Lesung durch Schüler der Q11. Referent Dr. Siegfried Grillmeyer

   
 

Stasiopfer Mario Röllig

Häftling in Hohenschönhausen

 

 

 

 

Zusammenarbeit mit amnesty international (Auswahl)

•Ausstellung am 19.-30. November 2008:

Die Flucht nach Europa

•Ausstellung im Juli 2008: „Gold für Menschenrechte“

•Kinderausstellung im Oktober 2008: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

 

Robert Hébras : Zeitzeuge aus Oradour–sur-  Glane  – Jahrgangsstufe 11 (Schuljahr  2012/13)

robert hebras

 

 

 

 Oktober / November 2007 – Studientag der 10. Klassen zum Thema MenschenrechteRückkehr zur Menschlichkeit“ in Kooperation mit dem CPH – Nürnberg

 

Zusammenarbeit mit „Open Eyes“ – Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte:

  • 16.10.2008 – Besuch des Menschenrechtsfilms „Munyurangabo“ (Ruanda) im Filmhaus Nürnberg (Besuch von zwei zehnten Klassen
 

Dr. Joachim Gauck: Lesung  „Winter im Sommer, Frühling  im Herbst“  –  (Schuljahr 2012/13) – Thema: Unrechtsstaat  DDR und friedliche Revolution 

Joachim Gauck

 

Filmvorführung „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ und Diskussion mit dem Regisseur Peter Ohlendorf ( 11.04. 2013)

peter Ohlendorf

 

Autorenlesung: Dirk Reinhard „Edelweißpiraten“- Von jugendlicher Rebellion zum politischen Widerstand (12.03.2013)

Dirk reinhard

 

 

Veranstaltung „Neonazis im Netz“ (Referentin des    Bayerischen Jugend-rings)  Schuljahr 2012/13

Nazis im Netz

         Lesung mit Jutta Schubert erinnert an die Weiße Rose: „Zu blau der Himmel im Februar“ /Schuljahr 2013/14

Jutta Schubert

        „Flugblatt-Aktion“ der Schüler zum Thema Menschenrechte im Schuljahr 2011/12

Flugblatt

       Projekttag der 9. Klassen: „Alltagshelden“ im Caritas Pirkheimer
Haus Nürnberg (Schuljahr 2010/11)

Alltagshelden

Dass „Heldentum“ etwas mit Zivilcourage im Alltag zu tun hat und gerade in alltäglichen Lebenslagen Menschen gefragt sind, die beherzt einschreiten, wenn anderen Unrecht geschieht, das erfuhren die Neuntklässler des GSG im Rahmen des Projekttages im CPH in Nürnberg.

Kämpfer für Menschenrechte beeindruckt die Oberstufenschüler: Menschenrechtspreisträger Khémais Chammari berichtete den Schülern  der elften Jahrgangsstufe von seinem Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit

Khmais Chammari

 

 

HANS SCHOLL

22.9.1918 geboren in Ingersheim/Jagst. 1933 Fasziniert vom Nationalsozialismus tritt er in Ulm in die Hitler-Jugend (HJ) ein und übernimmt gegen den Willen der Eltern eine Leitungsposition. 1936 nimmt Hans Scholl am Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg teil und ist angewidert vom primitiven Verhalten der Massen. 1937 Nach dem Abitur leistet er ein halbes Jahr Arbeitsdienst bei Göppingen und beginnt dann seinen Wehrdienst in Bad Cannstatt. Infolge seiner neben der HJ fortgesetzten Arbeit in der Bündischen Jugend wird er im Dezember 1937 zusammen mit seiner Schwester Sophie für mehrere Wochen in Stuttgart inhaftiert. 1938 Nach Abschluss der – auf ein Jahr verkürzten – Militärausbildung beginnt er ein medizinisches Praktikum in Tübingen. 1939 Hans Scholl nimmt sein Medizinstudium an der Universität München auf, wo er Kontakt zu regimekritischen Studenten und Professoren findet.1942 gründet er zusammen mit seinen Freunden Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und verfasst gemeinsam mit Schmorell die ersten vier Flugblätter. Hans Scholls Widerstandsarbeit wird durch seine Einberufung an die Ostfront unterbrochen. Seine Fronterfahrung bestärkt ihn in seinem Widerstand. Nach München zurückgekehrt, nimmt er im November seine Arbeit in der „Weißen Rose“ wieder auf. 1943 Das fünfte Flugblatt der Gruppe entsteht im Januar 1943, an dem auch der Professor für Psychologie und Philosophie Kurt Huber mitarbeitet. Die „Weiße Rose“ verschickt ihre Aufrufe, legt sie in Telefonzellen und in parkende Autos. Die u. a. in Köln, Stuttgart, Berlin und Wien verteilten Flugschriften verursachen Aufsehen und führen zu einer intensivierten Fahndung nach den Urhebern. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) vermutet die Autoren in Münchener Studentenkreisen. 3./4. Februar: Nach dem Bekanntwerden der Niederlage von Stalingrad beschriftet Hans Scholl in einer nächtlichen Aktion mit Freunden im Münchner Universitätsviertel Mauern mit Freiheitsparolen.

SOPHIE SCHOLL

Sophie Scholl wurde 9.5.1921 geboren in Forchtenberg/Kocher. Sie wächst in Ulm auf und wird in christlich-humanistischem Geist erzogen. Wie ihr älterer Bruder Hans glaubt sie zunächst an das von den Nationalsozialisten propagierte Gemeinschaftsideal: Sie tritt dem Bund Deutscher Mädel (BDM) bei. 1937 Infolge ihrer fortgesetzten Arbeit in der Bündischen Jugend wird sie zusammen mit ihrem Bruder für mehrere Wochen in Stuttgart inhaftiert. 1940 Sophie Scholl beginnt eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Durch Eindrücke während des Arbeits- und Kriegshilfedienstes entwickelt sie bald eine Abwehrhaltung gegenüber dem Nazi-Regime. 1942 Sie nimmt an der Universität München ein Biologie- und Philosophiestudium auf. Durch ihren in München Medizin studierenden Bruder kommt sie in Kontakt mit anderen Studenten, die sie in ihrer Ablehnung gegen den Nationalsozialismus bestärken. Sie beteiligt sich an der Verbreitung von Flugschriften der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. 1943 Im Januar ist Sophie Scholl erstmals an der Herstellung eines Flugblatts beteiligt.

HANS UND SOPHIE SCHOLL GEMEINSAM

15. Februar 1943: Fertigstellung und Versand des sechsten Flugblatts mit dem Aufruf, das NS-Regime zu stürzen und ein „neues geistiges Europa“ zu errichten. Es wird in England nachgedruckt, von britischen Flugzeugen über Deutschland abgeworfen. Der Inhalt wird außerdem durch die BBC verbreitet. 18. Februar 1943: Die Geschwister Scholl verteilen etwa 1.700 Flugblätter in der Münchener Universität. Ein Hausmeister, der sie dabei beobachtet, meldet sie. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftet die Geschwister Scholl und Christoph Probst. 22. Februar 1943: Nach dreitägigem Verhör folgt der Prozess vor dem Volksgerichtshof. Den Vorsitz führt der aus Berlin angereiste Roland Freisler. Hans und Sophie Scholl werden gemeinsam mit Christoph Probst wegen landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung zum Tod verurteilt und noch am selben Tag im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

DIE WEISSE ROSE

weissblauVon 1942 bis 1943 bestand an der Universität München eine Widerstandsgruppe gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft, die sich „Weiße Rose“ nannte.
Ihre führenden Mitglieder waren:

  • Hans Scholl, geb. 1918, Medizinstudent,
  • Sophie Scholl, geb. 1921, Biologie- und Philosophiestudentin,
  • Professor Kurt Huber, geb.1883,
  • Christoph Probst, geb. 1919, Medizinstudent,
  • Willi Graf, geb. 1918, Medizinstudent, und
  • Alexander Schmorell, geb. 1917, Medizinstudent

DAS LEBEN IM SCHATTEN DES HAKENKREUZES

Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler Deutschlands. Hitler wurde von vielen als die letzte Hoffnung des Landes betrachtet, aber der Württembergische Kleinstadt-Bürgermeister Robert Scholl fand seinen Aufstieg zur Macht bedrohlich. Seine Angst war begründet: In ein paar Monaten zerstörte Hitler das demokratische Regierungssystem der Weimarer Republik. Im Frühjahr 1933 enttäuschten Hans und Sophie ihren Vater: sie traten in die Hitlerjugend ein. Die HJ war wie eine Anfängerschule des Nazismus. Die HJ-Gruppen waren militärisch organisiert und die Tätigkeit der Organisation zielte auf die Stärkung der Kriegsbereitsschaft. Hans war aktiv in der HJ, aber Sophie fand die Aktivitäten ziemlich unvernünftig. Außerdem konnte sie nicht verstehen, warum ihre jüdischen Freundinnen nicht dabei sein durften.

1936 nahm Hans am Parteitag in Nürnberg teil. Als er zurückkam, war er ein anderer Mensch als vorher: deprimiert, schweigsam und zurückgezogen. In Nürnberg hatte sich keine Gelegenheit zu vernünftigen Diskussionen mit den anderen Jugendlichen geboten, sondern alle Tage waren mit nichtssagendem Quatsch und Exerzieren gefüllt worden. Nach der Enttäuschung von Nürnberg trat Hans der Jugend- organisation „Deutsche Jungenschaft vom 1.11.“ bei, deren Mitglieder sich für fremde Kulturen, Natur und Literatur interessierten. Die Nazis erlaubten neben der HJ und ihren Schwesterorganisationen keine anderen selbständigen Jugendorganisationen, und deswegen war auch die D.J.1.11. verboten. Ihre Tätigkeit wurde von der Gestapo nicht übersehen. Im Herbst 1937 wurden Razzias überall in Deutschland ausgeführt, um die Organisation zu zerstören. Vier von den fünf Kindern der Familie Scholl wurden im November festgenommen. Sie wurden im Schneesturm auf offener Pritsche nach Stuttgart transportiert. Dort wurde Sophie ziemlich schnell freigelassen, aber Hans verbrachte fast fünf Wochen im Gefängnis. Nach ihrer Festnahme trennten die Geschwister sich endgültig vom Nationalsozialismus.

Der Zweite Weltkrieg brach im September 1939 aus, als Deutschland Polen angriff. Einige Monate später machte Sophie das Abitur. Weil der Krieg viele Arbeitskräfte band, wurde verordnet, dass alle Abiturienten einen Arbeitsdienst erledigen müssten, bevor sie studieren konnten. Sophie beschloss, Kindermädchen zu werden, um den Arbeitsdienst zu vermeiden. Das gelang ihr nicht. So musste Sophie den Arbeitsdienst und außerdem noch den Kriegshilfsdienst ableisten, insgesamt zwölf Monate. Im März 1942 war auch der Kriegshilfsdienst vorbei, und Sophie kam zurück nach Ulm. An ihrem letzten Geburtstag, am 9. Mai 1942, reiste sie nach München, um ihr Studium zu beginnen. Auf dem Bahnhof traf sie ihren Bruder Hans, der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studierte. Hans versprach, dass er Sophie am Abend mit seinen Freunden bekannt machen würde. Diese Freunde waren Christof Probst, Alexander Schmorell und Willi Graf. Sie alle studierten Medizin und waren Mitglieder in der sog. Studentenkompanie. Mitglieder der Studentenkompanie konnten normal studieren, aber sie gehörten der Wehrmacht an und wurden in den Semesterferien an die Front kommandiert. Der Abend war gemütlich: Sophie und die Jungen diskutierten und aßen Delikatessen, die Sophie mitgebracht hatte. Während des Abends stellte es sich auch heraus, dass keiner von den Freunden verstehen konnte, warum die Deutschen nichts gegen den brutalen Terror und die unsinnige Kriegsführung der Nazis unternahmen.

DIE WEISSE ROSE BLÜHT AUF

Einige Wochen vor dem Ende des Semesters wurden den Medizinstudenten, die Mitglieder der Studentenkompanie waren, mitgeteilt, dass die Kompanie an die Ostfront geschickt wird. Deutschland hatte die Sowjetunion im Sommer 1941 angegriffen. Am letzten Abend vor der Abfahrt nach Russland diskutierte die Freunde, ob es Möglichkeiten gab, die Tätigkeit fortzusetzen. Man beshcloss, dass der Widerstand im erweiterten Kreis fortgesetzt werden sollte: Alle sollten überlegen, welche von ihren Freunden dafür zuverlässig genug wären. Am folgenden Tag fuhren die junger Männer von Christof Probst abgesehen nach Russland ab. München war jetzt für Sophie einsam und fremd. Sie packte ihre Sachen und reiste nach Hause. Dort hörte Sophie von einer Freundin ihrer Mutter etwas Schreckliches. Die Frau, die in einer Heilanstalt für geistig gestörte Kinder arbeitete, erzählte, dass die SS schon seit einigen Monaten Kinder, die als hoffnungslose Fälle galten, geholt hatte, um sie zu vergasen.

Auch Hans wurde während seines Russlandaufenthaltes mit den Grausamkeiten des Nazistaates konfrontiert. Auf dem Weg nach Russland sah er auf einem polnischen Bahnhof jüdische Frauen, die dünn wie Bohnenstangen waren. Sie hackten Steine mit Eisenpickeln. Etwas weiter weg sah er alte Männer, die von bewaffneten SS-Männern zur Zwangsarbeit getrieben wurden. Hans wollte diesen Menschen helfen: er sprang aus dem Zug und reichte einem Greis seine Quote-Zigaretten. Einer Frau gab er seine eiserne Ration: Dörrobst, Nüsse und Schokolade. In Russland hörte Hans über die Knechtung der Menschen und über die Massenhinrichtungen, bei denen Tausende Unschuldiger umgebracht wurden.

Hans und seine Freunde kamen im Oktober 1942 nach München zurück. Immer noch litt Deutschland an großem Arbeitskräftemangel. Deswegen wurden alle Studenten und Studentinnen, die nicht an der Front waren, für zwei Monaten zur Rüstungsindustriearbeit befohlen. Das galt auch für Sophie, die deswegen erst im Oktober in München ankam. Alle Mitglieder der Weißen Rose waren jetzt noch mehr überzeugt von der Notwendigkeit des Widerstandes als zuvor. Gegen Ende des Jahres konzentrierte sich die Gruppe auf die Erweiterung ihrer Tätigkeit und auf die Geldsammlung. Kurt Huber, Professor für Philosophie an der Universität, wurde Mitglied der Gruppe. Die Gruppe knüpfte Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen. Die Flugblätter der Weißen Rose wurden auch in andere großen Städte in Süddeutschland, z.B. Freiburg, Stuttgart und Karlsruhe, transportiert.

DAS LETZTE FLUGBLATT

Der große Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges war die Schlacht um Stalingrad im Jahr 1943. Die deutschen Truppen wurden geschlagen, und sie kapitulierten am 31. Januar 1943. Beinahe 400.000 deutsche Soldaten starben oder wurden gefangen genommen. An einem Abend nach Stalingrad wartete Sophie auf Hans. Sie wohnten seit einiger Zeit zusammen in einer ziemlich großen Wohnung. Sophie schlief ein. Einige Stunden später wachte sie auf, als Hans mit Alexander Schmorell und Willi Graf zurückkam. Hans erzählte, dass sie für Sophie eine Überraschung hätten: „Wenn du morgen früh die Ludwigsstraße entlang gehst, siehst du etwas Tolles!“, sagten die Jungen. Am nächsten Morgen machte Sophie einen Umweg durch die Ludwigsstraße. Sie sah immer wieder die in großen schwarzen Buchstaben geschriebene Parole „Nieder mit Hitler!“ An die Universität war in gleichen Buchstaben „Freiheit!“ geschrieben worden. Ein wenig später erschien das letzte Flugblatt der Weißen Rose. Es war besonders an Studenten gerichtet und geißelte die Beschlüsse Hitlers, die zur Tragödie Stalingrads geführt hatten:

AUS DEM LETZEN FLUGBLATT DER WEISSEN ROSE

"Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. Dreihundertdreißigtausend deutsche Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. Führer, wir danken dir!"

In der Nacht zwischen dem 17. und 18. Februar 1943 hatte Sophie einen Traum, in dem sie und Hans von der Gestapo festgenommen wurden. Trotzdem fassten sie am Morgen den Entschluss, Flugblätter an der Universität auszuteilen. Während der Vorlesungen teilten sie Flugblätter vor den Hörsaaltüren aus und warfen die Reste von dem obersten Stockwerk hinunter in den Lichthof der Universität. Sie glaubten, dass niemand sie sah. Doch der Hausmeister der Universität, Jakob Schmid, war wachsam, ergriff sie und übergab sie der Gestapo.

 

Am folgenden Tag wurde auch Christof Probst festgenommen, weil die Gestapo bei Hans einen handgeschriebenen Flugblattentwurf von ihm gefunden hatte. Christof Probst war von den Mitgliedern der Gruppe der einzige, der Kinder hatte. Als er festgenommen wurde, hatte seine Frau gerade ihr drittes Kind bekommen. Christof Probst durfte sein jüngstes Kind nicht mehr sehen. Alle drei wurden zum Münchner Hauptquartier der Gestapo gefahren. Dort wurden sie vier Tage und Nächte verhört. Nach der Verhaftung von Christof Probst bekannten sich Hans und Sophie zu den Widerstandsaktionen der Weißen Rose. Die Geschwister versuchten, Christof Probst zu entlasten, und nahmen alle Schuld auf sich.

''ES LEBE DIE FREIHEIT!''

Das Gerichtsverfahren gegen die Scholls und Christof Probst fand am 22. Februar 1943 statt. Der Vorsitzende des Sondergerichtes war der Präsident des Volksgerichtshofes, Roland Freisler, der den Bei-namen „Henker“ hatte. Die Eltern von Hans und Sophie erfuhren von der Festnahme ihrer Kinder am Freitag, dem 19.2. Am Montagmorgen reisten sie nach München, um an der Gerichtssitzung teilzunehmen. Das ging aber nicht: nur eingeladene Personen mit einem Passierschein wurden hineingelassen. Den Scholls gelang es jedoch, in den Sitzungssaal zu schleichen. Dort versuchte Herr Scholl, für seine Kinder zu sprechen. Die Scholls wurden aber hinausgeworfen, und sie wurden nicht mehr eingelassen – auch nicht, als das Urteil verkündet wurde. Das Urteil war wie erwartet: Alle drei wurden wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Danach bekamen sie Gelegenheit zu einem letzten Wort. Sophie schwieg. Christof Probst flehte um Gnade wegen seiner Kinder. Hans versuchte, ihn zu unterstützen, aber wurde von Freisler unterbrochen: „Wenn Sie für sich selbst nichts vorzubringen haben, schweigen Sie gefälligst!“

 

Nach dem Gerichtsverfahren wurden alle drei in das große Vollstreckungsgefängnis München-Stadelheim überführt. Dort durften die Eltern von Hans und Sophie ihre Kinder zum letzten Mal treffen. Hans, der ihnen zuerst zugeführt wurde, trug Sträflingskleidung. Er dankte seinen Eltern für die Jahre, die er mit ihnen verbringen durfte. Er bat sie auch, Grüße an seine Freunden zu überbringen. Als er das gesagt hatte, hatte er Schwierigkeiten, seine Tränen zurückzuhalten. Er wendete sich ab. Der Vater schloss ihn mit den Worten in die Arme: „Ihr werdet in die Geschichte eingehen; es gibt noch eine Gerechtigkeit.“ Dann wurde Hans weggebracht.

 

Sophie trug ihr eigenes Kleid, lächelte die ganze Zeit und nahm gern die Süßigkeiten, die Hans abgelehnt hatte. Ihr größter Kummer war gewesen, ob die Mutter den Tod gleich zweier Kinder ertragen würde. Als sie jetzt ihre Mutter so tapfer sah, beruhigte sie sich „Nun wirst Du also gar nie mehr zur Türe hereinkommen.“, sagte die Mutter. „Ach, die paar Jährchen, Mutter“, antwortete Sophie. Das letzte von beiden Seiten war: „Gelt, Sophie, Jesus“ – „Ja, aber Du auch“ Dann wurde auch Sophie in ihre Zelle weggeführt.

 

Christof Probst durfte seine Familie nicht mehr treffen. Die Todesstrafen wurden schon am selben Tag durch das Fallbeil vollstreckt. Als erste wurde Sophie hingerichtet. Sie starb ruhig, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann Christof Probst und Hans, der, ehe er sein Haupt auf den Block legte, laut rief, dass es durch das große Gefängnis hallte: „Es lebe die Freiheit!“ Ein paar Tage später wurden sie fast heimlich auf dem Perlacher Friedhof beerdigt. Am Beerdigungstag wurde mehrfach an die Hauswände in München geschrieben „Ihr Geist lebt weiter!“.

 

Nach der Hinrichtung erfolgten aufs neue Verhaftungen. Etwa 80 Menschen wurden festgenommen. Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell wurden am 19. April 1943 zum Tode verurteilt. Die Weiße Rose war verwelkt.

DIE BEDEUTUNG DER WEISSEN ROSE

Im Dritten Reich waren die Mitglieder der Weißen Rose Landesverräter. Heute sind wir stolz auf ihren Mut zum Widerstand. Sie waren zu wenige, um der Diktatur erfolgreich die Stirn zu bieten. So mussten noch weitere Hunderttausende ihr Leben lassen, ehe der braune Spuk im Mai 1945 mit der endgültigen Niederlage Deutschlands im 2.Weltkrieg vorüber war.

 

Neonazismus und Rechtsradikalismus machen sich auch in der demokratischen Bundesrepublik Deutschland wieder breit. Intoleranz und Missachtung der Menschenrechte greifen wieder um sich. Nie wieder darf unsere Freiheit in Gefahr geraten. Unser Mut und unsere Zivilcourage sind gefragt, um den Ansätzen zu wehren, solange wir noch die Gesetze des Handelns bestimmen können.

Das Gedenken an die Geschwister Scholl und ihre Freunde von der Weißen Rose will uns helfen, wachsam zu bleiben und uns nicht einlullen zu lassen. Konsum und Wohlstand sind auf Dauer nicht selbstverständlich, auch Spaß und Vergnügen sind letztlich nur möglich, wenn die grundlegenden Freiheiten gewahrt bleiben. Das fällt uns nicht von selbst in den Schoß. Es erfordert ein ständiges Ringen. Und nur so bleibt eine lebenswerte Zukunft für uns selbst und die Generationen nach uns möglich.

DAS FÜNFTE FLUGBLATT

Aufruf an alle Deutsche!

 

Der Krieg geht seinem sicheren Ende entgegen. Wie im Jahre 1918 versucht die deutsche Regierung, alleAufmerksamkeit auf die wachsende U-Bootgefahr zu lenken, während im Osten die Armeen unaufhörlich zurückströmen, im Westen die Invasion erwartet wird. Die Rüstung Amerikas hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, aber heute schon übertrifft sie alles in der Geschichte seither Dagewesene. Mit mathematischer Sicherheit führt Hitler das deutsche Volk in den Abgrund. Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern! Seine und seiner Helfer Schuld hat jedes Maß unendlich überschritten. Die gerechte Strafe rückt näher und näher!

 

Was aber tut das deutsche Volk? Es sieht nicht und es hört nicht. Blindlings folgt es seinen Verführern ins Verderben. Sieg um jeden Preis, haben sie auf ihre Fahne geschrieben. Ich kämpfe bis zum letzten Mann, sagt Hitler – indes ist der Krieg bereits verloren.

 

Deutsche! Wollt Ihr und Eure Kinder dasselbe Schicksal erleiden, das den Juden widerfahren ist? Wollt Ihr mit dem gleichen Maße gemessen werden, wie Eure Verführer? Sollen wir auf ewig das von aller Welt gehaßte und ausgesto-ßene Volk sein? Nein! Darum trennt Euch von dem nationalsozialistischen Untermenschentum! Beweist durch die Tat, daß Ihr anders denkt! Ein neuer Befreiungskrieg bricht an. Der bessere Teil des Volkes kämpft auf unserer Seite. Zerreißt den Mantel, der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt! Entscheidet Euch, eh‘ es zu spät ist! Glaubt nicht der national-sozialistischen Propaganda, die Euch den Bolschewistenschreck in die Glieder gejagt hat! Glaubt nicht, daß Deutschlands Heil mit dem Sieg des National-sozialismus auf Gedeih und Verderben verbunden sei! Ein Verbrechertum kann keinen deutschen Sieg erringen. Trennt Euch rechtzeitig von allem, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt! Nachher wird ein schreckliches, aber gerechtes Gericht kommen über die, so sich feig und unentschlossen verborgen hielten.

 

Was lehrt uns der Ausgang dieses Krieges, der nie ein nationaler war? Der imperialistische Machtgedanke muß, von welcher Seite er auch kommen möge, für alle Zeit unschädlich gemacht werden. Ein einseitiger preußischer Militarismus darf nie mehr zur Macht gelangen. Nur in großzügiger Zusammenarbeit der europäischen Völker kann der Boden geschaffen werden, auf welchem ein neuer Aufbau möglich sein wird. Jede zentralistische Gewalt, wie sie der preußische Staat in Deutschland und Europa auszuüben versucht hat, muß im Keime erstickt werden.

 

Das kommende Deutschland kann nur föderalistisch sein. Nur eine gesunde föderalistische Staatenordnung vermag heute noch das geschwächte Europa mit neuem Leben zu erfüllen. Die Arbeiterschaft muß durch einen vernünftigen Sozialismus aus ihrem Zustand niedrigster Sklaverei befreit werden. Das Truggebilde der autarken Wirtschaft muß in Europa verschwinden. Jedes Volk, jeder einzelne hat ein Recht auf die Güter der Welt! Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten, das sind die Grundlagen des neuen Europa.

 

Unterstützt die Widerstandsbewegung, verbreitet die Flugblätter!