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Fachschaft Geschichte Sozialkunde 001

 

 

Fachbetreuerin: Frau StDin Söldner

Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft: OStRin Haiber (G), LASSin Hetzelt (G/Sk), OStR Knieling (G), StRin i.BV Kubicek (G), StRin i.BV Rzehak (G), StD Riederer (Sk), OStR Scharf (G/Sk), StDin Söldner (G/Sk), OStRin Viewegh (G), OStR Walther (Sk/G)

VERANSTALTUNGEN DER JAHRGANGSSTUFEN

6. KLASSEN

Museum im Koffer: Ab in die Steinzeit!

Amelie sitzt am Bohrer und kann es kaum glauben, dass die Menschen der Jungsteinzeit mit dieser schlichten Technik Erfolg hatten. Emily zertrümmert mit Hilfe von zwei großen Steinen Haselnüsse und zerkleinert einen Apfel mit einem Schaber. Sie und ihr Team wollen nämlich einen leckeren Hirsebrei kochen. Ihre Freundinnen versuchen währenddessen mühsam Wolle zu spinnen. An sieben verschiedenen Stationen konnten die Sechstklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums nachvollziehen, welche Fertigkeiten die Menschen im Laufe der Zeit entwickelt hatten und welche Veränderungen es von der Alt- zur Jungsteinzeit gab. Ein Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte war die Töpferei. Die Kinder folgten auch den Spuren der Bandkeramiker, töpferten und verzierten Tongefäße. Egal, ob bei der Herstellung von Amuletten oder beim Abschlagen der Klingen aus Feuerstein, die Geschichtsanfänger der 6. Klassen waren auch heuer wieder eifrig am Werk. Ihre Reise in die Steinzeit dauerte drei Schulstunden und wurde begleitet vom „Museum im Koffer“.

Der Kunstraum des Geschwister-Scholl-Gymnasiums hatte sich in ein lebendiges Museum verwandelt. Wissensvermittlung wurde zum spannenden Erlebnis. Bevor die Kinder die einzelnen Stationen ausprobieren durften, wurde erst einmal wiederholt und gründlich nachgedacht. Mit einem langen Kunststoffband, das die Menschheitsgeschichte verdeutlichte, konnte die Entwicklung sehr anschaulich vermittelt werden. Köpfchen war gefragt bei der chronologischen Zuordnung der Schädel. Wie kann man ihr Alter bestimmen? Worin unterscheiden sie sich? Ist es der nachgebildete Schädel eines Neandertalers, der eines Australopithecus oder gehörte er doch einem homo sapiens? Handlungsorientiertes Lernen mit Freude am Entdecken ermöglicht einen Zugang zur Geschichte, der im herkömmlichen Unterricht in dieser Form schwer zu leisten ist. Durch den Besuch des mobilen Museums begriffen die Schüler im wahrsten Sinne des Wortes, dass die Geschichte der Menschheit aus einem Jahrtausende andauernden Entwicklungsprozess entstanden ist, der vom Menschen eine aktive und kreative Anpassung an die Umwelt erforderte. Die Kinder erwarben durch die Arbeit in Gruppen soziale Kompetenzen und entwickelten durch die nachempfundenen Aktivitäten ein tieferes Verständnis für das Leben in früheren Zeiten.

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7. KLASSEN

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9. KLASSEN

AUSCHWITZ-ÜBERLEBENDER PAVEL STRÁNSKÝ AUS PRAG WIEDER ZU BESUCH AM GESCHWISTER SCHOLL-GYMNASIUM

 

Stransky9.Klasse

 

Die letzten Überlebenden des Holocaust werden bald verstummt sein. Doch Zukunft braucht Erinnerung. Gerade aufgrund der aktuellen Auswüchse rechtsradikaler und rassistischer Gewalt müssen Erinnerung und Gedenken an eine Zeit, die nie in Vergessenheit geraten darf, wachgehalten werden. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium lädt deshalb regelmäßig Zeitzeugen ein, um ein Zeichen zu setzen gegen Rassismus, Intoleranz, Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber Minderheiten. Der Auschwitz-Überlebende Pavel Stránský kam anlässlich der Holocaust-Gedenkwoche wieder zu Besuch ans Geschwister Scholl-Gymnasium, um auch den diesjährigen Neuntklässern seine Lebensgeschichte zu erzählen. 1921 als nichtreligiöser Jude in Prag geboren und aufgewachsen, führte ihn sein Lebensweg in die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Schwarzheide in Sachsen und schließlich wieder zurück nach Prag.
Am 1. Dezember 1941 wurde Pavel Stránský zusammen mit 1.000 anderen jungen Männern als sogenanntes „Aufbaukommando“ in das Ghetto und „Transit-Konzentrationslager“ Theresienstadt deportiert. Zufällig kam auch seine Verlobte Věra nach Theresienstadt, wo sich die beiden trauen ließen, denn nur so war es ihnen erlaubt, bei einer Verlegung zusammenzubleiben. Bereits am Tag nach der Lagerheirat wurden beide nach Auschwitz-Birkenau transportiert. Ihre „Hochzeitsnacht“ verbrachten Vera und Pavel in einem Viehwaggon, in dem die Häftlinge wie Tiere eingepfercht zwei Nächte und einen Tag verbringen mussten. In der „Todesfabrik“ wurden sie dann mit den Worten empfangen: „Seht zum Horizont, durch die Schornsteine führt der einzige Weg aus Auschwitz.“ Den Schrecken dieser Worte habe Stránský erst später verstanden. In Auschwitz wurden Frauen und Männer voneinander getrennt und mit Nummern versehen, die ihnen in den Unterarm eintätowiert wurden. Pavel Stránský schob den Ärmel seines Hemdes hoch, um den Schülern die eintätowierte Nummer zu zeigen. Er kommentierte dies mit der Bemerkung: „Durch die Nummern haben wir unsere Namen verloren; es ist leichter, eine Nummer zu töten.“ Pavel Stránský, durch dessen Worte die Verbrechen gegen die Menschlichkeit lebendig wurden, erzählte von dem Grauen, das er als junger Mann erleben musste. Zuerst wurde er einem Steinbruch zugewiesen- eine der schlimmsten Aufgaben, da sehr viele Menschen an den Folgen der Schwerstarbeit starben. Auch die Verpflegung im Lager war miserabel, denn das Essen bestand nur aus einer Tasse Kräutertee am Morgen und einer Scheibe Brot mit einem Löffel Marmelade am Abend. Nach fünf Tagen gelang es einem Freund von Pavel Stránský, ihn in den Kinderblock als Betreuer zu holen. Dort begegnete er Josef Mengele, den man wegen der grausamen Experimente an Menschen wohl kaum als Arzt bezeichnen konnte. Mengele nahm die todgeweihten Kinder auf den Schoß und ließ sich von ihnen „Onkel“ nennen. Später schickte sie der „liebe Onkel“ ohne mit der Wimper zu zucken ins Gas. Dass Stránský Betreuer im Kinderblock sein konnte, hatte ihm das Leben gerettet. Mit Liedern und kleinen Theaterstücken versuchte er die Kinder für kurze Zeit abzulenken. Doch er wusste: Sie konnten der Hölle von Auschwitz nicht entrinnen. Ab Mai 1944 begann die SS systematisch, die Insassen von Auschwitz in den Gaskammern zu ermorden. Und wieder gelang es ihm rechtzeitig, dem Tod von der Schippe zu springen. Pavel Stránský musste Auschwitz nicht „über den Schornstein verlassen“, sondern er wurde zusammen mit 1.000 anderen jungen Menschen in das Lager Schwarzheide nach Sachsen verlegt, um dort die Bombenschäden zu beseitigen. Als sich die Rote Armee näherte, begann der Todesmarsch zurück nach Theresienstadt, über 200 Kilometer in nur 19 Tagen. Den Marsch überlebte nur jeder zweite Häftling. Stránský wog inzwischen 35 Kilo. Zufällig traf er in Theresienstadt seine Cousine. Sie riet ihm, sich nach der Befreiung auf keinen Fall mit fettreichen Nahrungsmitteln satt zu essen, um den durch die kargen Mahlzeiten geschwächten Magen nicht überzustrapazieren. Viele begingen diesen Fehler und starben. Unter abenteuerlichen Umständen gelang es ihm schließlich nach Prag zurückzukehren, wo er später Věra, die Bergen-Belsen überlebt hatte, durch einen Radioaufruf wiederfand. Der Chronist des Schreckens betonte immer wieder, dass seine Geschichte nicht nur eine Geschichte des Leidens, sondern auch eine Liebesgeschichte sei. Durch die Liebe zu seiner Frau hatte er die Hoffnung und den Lebenswillen nie verloren.

 

 BESUCH DER GEDENKSTÄTTE DACHAU

 

9.Klasse Dachau 9. Klasse Dachau 1 9.Klasse Dachau 2

10. KLASSEN

DDR-ZEITZEUGE MARIO RÖLLIG

 

Röllig10.Klasse

 

Mario Rölligs Fluchtgeschichte aus der DDR ist Gegenstand des Theaterstücks „Akte R“. Sein Schicksal ist Teil des Dokumentarfilms „Gesicht zur Wand“, in dem fünf Zeitzeugen von ihrem Kampf mit dem DDR-Regime, den erschreckenden Haftbedingungen und dem Leben danach berichten. In Röthenbach erzählte Mario Röllig, geboren 1967, den Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und der Geschwister-Scholl-Mittelschule von den unmenschlichen Verhörmethoden der DDR-Staatssicherheit, denen er als 19-Jähriger hilflos ausgesetzt war. Reden ist für den sympathischen Zeitzeugen aus Berlin eine Form der Therapie geworden, um gegen die Angst anzukämpfen, die ihn bis heute verfolgt. Die Stasi-Haft hat sich in sein Gedächtnis eingebrannt.

Alles begann 1985: Der damals 17-Jährige verliebt sich im Ungarnurlaub am Plattensee in einen zwanzig Jahre älteren Mann aus Westberlin. Der Geliebte ist Staatssekretär und deshalb ein wertvoller Kontakt für die Stasi. Röllig wird zur Zusammenarbeit überredet, man will ihn als inoffiziellen Mitarbeiter anwerben. Doch als sich der junge Mann weigert und die verlockenden Angebote ablehnt, bekommt er die Folgen zu spüren. Mario verliert seinen guten Job als Restaurantfachmann am Flughafen Schönefeld, wird rund um die Uhr überwacht und muss am Bahnhofskiosk den Abwasch erledigen. 1987 beschließt er aus der DDR zu fliehen, und zwar über die ungarisch-jugoslawische Grenze. Aber die Flucht scheitert und Röllig wird zuerst ins Budapester Gefängnis gebracht und dann nach Ostdeutschland ausgeliefert. Am Flughafen Schönefeld angekommen, stehen die Stasi-Leute schon bereit um ihn zu übernehmen. „Als ich nach fünf Stunden aus dem Kastenwagen steige, komme ich mir vor wie in einem Nazi-Film. Brüllende Uniformierte in Reitstiefeln und mit Gummiknüppel nehmen mich in Empfang.“ Aus seiner Stasi-Akte wird Röllig Jahre später erfahren, wo er eingesperrt war – im Gefängnis der DDR-Staatssicherheit in Hohenschönhausen. Die Verhöre, so erfuhren die Schüler aus einem kurzen Film über den „Stasi-Knast“, fanden fast immer nachts statt und dauerten zwischen fünf und acht Stunden. Als die Drohungen immer massiver werden und sich gegen seine Familie richten, sagt er schließlich, was sie hören wollen. „Nur“ drei Monate sitzt der junge Mann im Gefängnis ein, aber es sind Monate, die sein Leben verändern. Ein halbes Jahr nach seiner Entlassung im September 1987 wird er von der Bundesrepublik freigekauft.

Zwölf Jahre später: Nach der Wiedervereinigung arbeitet Mario Röllig als Verkäufer im Berliner „KaDeWe“ und trifft dort seinen ehemaligen Peiniger wieder. Als die Erinnerung zurückkehrt und er von dem ewiggestrigen Stasi-Mann, der kein Unrechtsbewusstsein zu besitzen scheint, auch noch beschimpft wird, bricht Röllig zusammen. Heute führt er als Zeitzeuge und Opfer der DDR-Diktatur Schulklassen durch Hohenschönhausen – mit seinen Wachtürmen und dem Stacheldraht immer noch ein bedrückender Ort. Im Verhörtrakt hängen Fotografien, die Röllig als 19-Jährigen zeigen, den Häftling der Staatssicherheit mit der Nummer 328.

 

 

VERANSTALTUNG ZU EUROPA – VERANSTALTUNG MIT MDEP MARTIN KASTLER

 

Europa10.Klasse

 

Millionen EU-Bürger profitieren täglich von der Arbeit der 736 Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Einer von ihnen ist Martin Kastler, der als mittelfränkischer Europaabgeordneter die Metropolregion Nürnberg vertritt. Der 36-jährige Historiker und Politikwissenschaftler ist für die CSU im Europäischen Parlament tätig und dort unter anderem Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten (EMPL) sowie stellvertretendes Mitglied im Entwicklungsausschuss (DEVE). Als zweifacher Familienvater weiß der Europaabgeordnete aus Schwabach, wie wichtig der freie Sonntag für die Familie ist. Deshalb initiierte der gebürtige Nürnberger jüngst das erste europäische Bürgerbegehren, um den Sonntag europaweit zu schützen. Grundlage dafür ist der Lissabon-Vertrag, der am 1.12. 2009 in Kraft trat und allen EU-Bürgern die Möglichkeit gibt, Bürgerinitiativen nun auch auf europäischer Ebene zu starten.

 

VERSÖHNUNG DURCH ERINNERUNG

 

Zu Beginn der Veranstaltung, zu der alle Zehntklässer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums eingeladen waren, vermittelte Kastler den Jugendlichen, warum ihm die europäische Integration am Herzen liegt. Die europäische Einigung hat Frieden und Wohlstand gebracht, Feinde sind zu Freunden geworden. Zwar werde der Abstand zur Epoche der Weltkriege immer größer, dennoch dürfe man das unendliche Leid nicht vergessen. „Versöhnung durch Erinnerung“ laute die Devise, denn erlittenes Unrecht darf niemals verleugnet werden. Der dialogfreudige Sympathieträger für ein gemeinsames Europa erklärte den Schülerinnen und Schülern nicht nur die Inhalte des Vertrags von Lissabon, der die Entscheidungsfindung zwischen den Staaten erleichtert. Bei der Nachhilfe in Sachen Europa wurden auch die Kompetenzen der Kommission als „Hüterin der Verträge“ angesprochen. Sie sei in Zeiten der Globalisierung der Garant dafür, dass die Standards europaweit gewahrt werden.

 

EUROPA ALS GLOBALER AKTEUR

 

Ganz aktuell wurde es dann bei den interessierten und kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler: Wird die Staatspleite Griechenlands das Schicksal Europas entscheiden und die Stabilität des Euro erschüttern? Ist die Entwicklungshilfe der EU ausreichend und wie geht Europa mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen um? Ziel der EU-Entwicklungspolitik sei es, benachteiligten Menschen in der Dritten Welt dabei zu helfen ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen, die Demokratisierungsprozesse zu konsolidieren und Sozialprogramme auszuweiten. Es müsse den Menschen vor Ort geholfen werden, so Martin Kastler. Über die Hälfte der Gelder für arme Länder kommen von der EU und ihren Mitgliedsstaaten. Elternbeiratsvorsitzender Georg Escher, als Polit-Redakteur ein profunder Kenner Europas, räumte ein, dass in puncto Entwicklungshilfe „vieles wieder in die EU zurückkomme“, die Zusammenarbeit mit den AKP-Staaten auch für Europa von Nutzen sei und die Investitionen deshalb „nicht ganz so edel“ erscheinen.

 

Weltweit hat der Atomunfall in Fukushima die Frage nach der Zukunft der Kernenergie aufgeworfen. Oberstudiendirektor Hans Wittmann, Mathematik- und Physiklehrer, wollte wissen, wie es nach der Atomkatastrophe weitergehe und ob eine Energiewende der EU in Sicht sei. In diesem Zusammenhang wies Kastler darauf hin, dass die Abhängigkeit von Erdöl- und Erdgasimporten verringert werden müsse. Der Stufenplan der Kommission sieht vor, bis 2020 zwanzig Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der EU aus alternativen Energiequellen zu erzeugen.

11. JAHRGANGSTUFE

DER NEUE BUNDESPRÄSIDENT IN RÖTHENBACH: WÄHREND DES RÜCKTRITTS VON BUNDESPRÄSIDENT WULFF SPRACH JOACHIM GAUCK ZU SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN DES GESCHWISTER SCHOLL-GYMNASIUMS

 

Gauck 11. Klasse Gauck
300 Schülerinnen und Schüler des Geschwister Scholl-Gymnasiums kamen auf Vermittlung von Elternbeiratsvorsitzenden Georg Escher in den Genuss einer einzigartigen und unvergesslichen Geschichtsstunde: Joachim Gauck, ehemaliger Bürgerrechtler, ehemaliger Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, 2010 bereits Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten und bald neues Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland, hat Geschichte hautnah miterlebt und mitgeschrieben. Der begnadete Redner Gauck nahm die Jugendlichen mit in eine für sie „fremde Welt“ und sprach vor der versammelten Oberstufe des Geschwister Scholl-Gymnasiums über ein Thema, das ihm aufgrund seiner Biographie zum Herzensanliegen wurde: Über die Freiheit und darüber, wie schwer sie zu erringen war.

Wer sich mit Joachim Gaucks Vita beschäftigt, weiß, dass Freiheit für ihn keine leere Phrase ist und wie sehr sein persönliches, berufliches und politisches Denken und Handeln von seinen Erfahrungen mit dem „Hardcore-Kommunismus“, so Gauck, bestimmt wurde. Als besonders prägend für seine antikommunistische Haltung beschreibt er die Deportation seines Vaters 1951 in ein sibirisches Arbeitslager. Das Schicksal des Vaters, der erst 1955 freikam, und der Volksaufstand in der DDR 1953 formten ihn zu einem kritischen jungen Mann. Hartnäckig weigerte sich der gebürtige Rostocker, den SED- Jugendorganisationen beizutreten Als Pfarrer leistete er später seinen Beitrag dazu, dass die Kirchen in der DDR ein Raum für das freie Denken und Sprechen blieben. Der streitbare Pastor gab diese regimekritische, antisowjetische Haltung auch später an seine eigenen Kinder weiter. Gaucks ältester Sohn Christian wollte die Erweiterte Oberschule besuchen, um Medizin studieren zu können, doch die Zulassung zum Abitur, der Studienplatz und die spätere Karriere waren in der DDR-Diktatur abhängig von einem gefälligen Leben im Geiste der Partei. Unbequem ist der ehemalige Querdenker bis heute geblieben. Joachim Gauck nahm und nimmt sich die Freiheit „das“, wie er sagt, “was krumm ist“, „auch krumm zu nennen.“

Nach dem Fall der Mauer hatte er sich als Vertreter des Neuen Forums und als Mitglied der ersten demokratisch gewählten Volkskammer der DDR für die freiheitliche Gestaltung seines Landes eingesetzt. Die tiefen Emotionen, die in Gauck hochkamen, als er zum ersten Mal – mit 50 Jahren – wählen durfte, werde er nie vergessen: „Ich war total glücklich, Tränen kullerten über meine Wangen. Ich war überwältigt“ Seit diesem Tag habe er keine einzige Wahl versäumt. Gauck appellierte an die Jugendlichen zur Wahl zu gehen und sich aktiv für die in der Vergangenheit mühsam erkämpften Grundwerte einzusetzen. Auf seine politische Grundhaltung angesprochen, erklärte der Mahner und „Liebhaber der Freiheit“, der sich zu keiner Partei bekennen mag: „Es gibt Werte der Sozialdemokraten und der Konservativen, die mir am Herzen liegen. Ich bin christlich und liberal, weil ich die Freiheit mag. Wie Sie merken, bin ich ein politischer Mensch, aber ich kann mich keiner Partei eindeutig zuordnen.“

Als die aktuelle Nachricht die Röthenbacher Stadthalle erreichte, dass Christian Wulff zurückgetreten sei, wollte sich Joachim Gauck nicht dazu äußern. Auf Nachfrage einer Schülerin, ob er nun für das Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung stehe, meinte Gauck, der mit einem Schnupfen gesundheitlich leicht angeschlagen nach Röthenbach gekommen war, ausweichend und mit der ihm eigenen Prise Humor: „Meine Erkältung legt sich phasenweise auf meine Gehörgänge.“

 

BERICHT DER PZ VOM 18.2.2012:

GAUCK ZU SCHÜLERN: VERGEUDET EURE MACHT NICHT

„Joachim Gauck wird nicht umsonst erneut als Bundespräsidentenkandidat gehandelt, wie bei seinen beiden Auftritten in Röthenbach deutlich wurde.“ (Joachim Gauck las in einer öffentlichen Veranstaltung am Vorabend aus seiner Biographie „Winter im Sommer – Frühling im Herbst: Erinnerungen“)

„50 Jahre lebte der heute 72-Jährige in deutschen Diktaturen, bevor er die Wende in der DDR aktiv mitgestaltete. Er weiß, wovon der spricht, wenn er (…) die über 300 Oberstufenschüler des Scholl-Gymnasiums aufforderte, das Gut von Freiheit und Demokratie zu schützen und zu pflegen.

Er erzählte von seinem Leben, schilderte den Alltag der unterdrückten DDR-Bürger und erklärte die Arbeit der Stasi-Unterlagen-Behörde, die er zehn Jahre leitete. „Das war weltweit das erste Mal, dass nach dem Ende einer Diktatur die Bespitzelten erfuhren, was über sie gesammelt worden war“, erläuterte er. 180 Kilometer Akten und Schriftgut haben er und seine Mitarbeiter durchforstet, aufgearbeitet und zur Verfügung gestellt.

Die ganze Zeit war es, als saugten die Zehnt- bis Zwölftklässer Gaucks Schilderungen und Statements regelrecht auf. Das wurde sehr deutlich, als die Gymnasiasten Fragen stellen durften – keine betretene Stille, sondern fast eine Stunde entwickelte sich ein äußerst interessanter Dialog.

Hier einige der Fragen und Antworten in Interviewform:

Schüler: Haben Sie vor der Wende jemals über eine Flucht nachgedacht?

Gauck: Die Gedanken haben sich alle gemacht, die halbwegs klar im Kopf waren. Nach meinem Theologiestudium meinte ich, dass auch Leute dableiben und zusammenfinden müssen, die anders denken. In den Kirchengemeinden gab es einige Oppositionelle. Die Befreiung 89 – das war dann die schönste Zeit meines Lebens. Als wir aufbrachen, gekämpft haben und Erfolg hatten.

Wie erklären Sie sich, dass der Neofaschismus auf dem Gebiet der ehemaligen DDR deutlicher zu Tage tritt?

Das ist tatsächlich richtig. Es widert mich an. Ich hatte darunter gelitten, dass durch die Hitler-Diktatur viel zerstört worden war. Menschen aus aller Welt waren vorher hierhergekommen, um in Deutschland Kultur zu studieren. Nach dem Krieg war nichts mehr da. Ich fühlte mich heimatlos. Und jetzt tun diese Jugendlichen und Erwachsenen – Chaoten und Widerlinge – so, als müssten sie über diese Verbrechen nichts mehr wissen. Aber es ist nicht nur Dummheit, es ist schlimm, wenn auch der Studierte, der Belehrte, sich so verhält. Es war so, dass die Denk- und Verhaltensmuster der NS-Diktatur die DDR-Ideologie begünstigten. Für manche war der Hitler-Gruß eine Form des Protests gegen das Regime. Vor allem aber war es in der DDR Alltag, durch Druck Gehorsam zu erzeugen – schon bei Kindern. Wenn man lange Zeit lernt, dass bei der Konfliktlösung immer Gewalt im Spiel ist, dann begünstigt das neben einer Unsicherheit und einer Vorliebe für einfache Wahrheiten ein nicht-zivilisatorisches Verhalten. Es gab auch keine offene Auseinandersetzung mit den Fremden im Land, den vietnamesischen Gastarbeitern. Und wer von oben unterdrückt wird, der neigt dazu zurückzuschlagen. Aber je mehr sich die Zivilgesellschaft im Osten durchsetzt, desto weniger Bedeutung haben diese Gruppen. Leider ist auch in anderen Bundesländern ein Teil der Wähler so bekloppt, NPD zu wählen.

Sie haben vorhin gesagt, es sei besser, sich für die weniger schlechte Partei zu entscheiden als überhaupt nicht wählen zu gehen. Damit kann man doch nicht zufrieden sein.

Das ist nicht meine Grundhaltung, sondern war als Notanker gedacht. Denn wenn die bürgerliche Mitte nicht wählen geht, dann kommen NPD oder die Linke in die Parlamente. Darum mein Appell: Geht wählen und fordert eure Verwandten dazu auf. Die Gesellschaft in der DDR war ohnmächtig, aber hier ist kein Diktator weit und breit. Die Gesellschaft gibt sich von sich aus ohnmächtig.

Sie schildern die Proteste 1989 als Schlüssel zum Mauerfall. In China sind Menschen auf dem Platz des Himmlischen Friedens gestorben. Wie vergleichbar sind diese Ansätze?

Den real existierenden Sozialismus kennzeichnen neben der Ideologie zwei Dinge, eine äußerst brutale Machtstrategie, in der Gegner systematisch liquidiert werden, und eine widerwärtige Form des Kapitalismus, in dem alles für den Betrieb und den Profit getan wird und möglichst wenig für die Arbeiterschaft. Wirtschaftlich gibt es in China zwar eine gewisse Liberalisierung, aber die Machthaber würden jeder Zeit wieder mit Gewalt vorgehen. Wie wir 1989 in der DDR werden auch die Chinesen irgendwann eine Führung haben, die das nicht mehr macht.“

Michael Scholz

 

 

ROBERT HÉBRAS, ZEITZEUGE AUS ORADOUR-SUR-GLANE, AM GESCHWISTER-SCHOLL-GYMNASIUM (4.10.2012)

 

Hebras aus Oradour 11Klasse

 

 

Am Vormittag als Zeitzeuge am Geschwister-Scholl-Gymnasium im Gespräch mit den deutschen Schülern, am Nachmittag bei der Filmpremiere im Dokumentationszentrum Nürnberg: Robert Hébras, einer der beiden letzten Überlebenden des SS-Massakers von Oradour-sur-Glane, kam anlässlich der Deutschlandpremiere des Films „Ein Leben mit Oradour“ auf Vermittlung von Fritz Körber ans Geschwister-Scholl-Gymnasium. Der Film erinnert vor der Kulisse der Ruinen in bewegenden Bildern an den Massenmord am 10. Juni 1944, dem 642 Menschen – vom Kleinkind bis zum Greis – zum Opfer fielen.

 

GESCHICHTSUNTERRICHT AUS ERSTER HAND

 

Was die Oberstufenschüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in diesen zwei Schulstunden erleben durften, war Unterricht aus erster Hand über einen von der Geschichte grausam gezeichneten Ort in der französischen Region Limousin. Robert Hébras, dem man seine 87 Jahre nicht ansieht, erzählt davon, wie die Schergen der SS in seinen Heimatort vordrangen. Damals war er 19 Jahre alt, zwei Jahre älter als die Jugendlichen, die jetzt vor ihm sitzen und seinen Erzählungen gebannt folgen. Er war Kraftfahrzeugmechaniker und hatte nach eigenen Worten nur Fußball im Kopf. Oradour sur Glane war bis zum Juni 1944 von den Kriegswirren bislang verschont geblieben. Als das SS-Regiment in den Ort einmarschierte, war man noch völlig arglos. „Die Deutschen kamen an einem Samstagmorgen. Sie pferchten die Männer des Dorfes in Scheunen zusammen, erschossen oder verbrannten sie. Die Frauen und Kinder trieben sie in die Kirche, um sie dort zu ermorden.“ Betretene Stille herrscht, als der Zeitzeuge davon erzählt, wie er dem Massaker entkommen konnte. Robert Hébras hatte überlebt, weil er unter den exekutierten Leibern seiner Freunde begraben lag und sich später aus dem Feuerinferno retten konnte. Die Kugeln der Maschinengewehre verletzten ihn am Bein und an der Hand. Als die Soldaten die Scheune in Brand steckten, fingen sein Arm und seine Haare Feuer. An diesem 10. Juni 1944, wenige Tage nach der Landung der Alliierten in der Normandie, waren viele Kinder und Jugendliche, auch aus den umliegenden Ortschaften, im Dorf. 209 Opfer waren noch keine 14 Jahre alt. Sie – die „Kinder von Oradour“ – wurden von den SS-Horden aus dem Unterricht geholt oder ihren Spielen entrissen und zur Schlachtbank getrieben. Als die brandschatzende Soldateska in Richtung Normandie weitermarschierte, blieben vom Ort nur Ruinen, die diesen schrecklichen Augenblick der Geschichte bis heute festhalten, und die verkohlten Leichen der grausam getöteten Kinder, Frauen und Männer zurück. Unter den Opfern befanden sich auch die Mutter und zwei Schwestern von Robert Hébras. Sein Vater war zum Zeitpunkt des Massenmordes nicht im Dorf. Mit dem Massaker von Oradour war der Weltöffentlichkeit im Sommer 1944 schlagartig bewusst geworden, dass die deutschen Truppen inzwischen auch auf dem westlichen Kriegsschauplatz vor brutalen Morden an der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten nicht zurückschreckten. Die Massenmörder hatten sich später mit der Behauptung zu entlasten versucht, dass sie in Oradour Widerstandskämpfer der Resistance vermuteten. Möglicherweise auch eine fatale Verwechslung: In Oradour-sur-Glane gab es – jedenfalls bis zum 10. Juni 1944 – keinen Widerstand, keine versteckten Waffen und keinen Sprengstoff.

 

DAS UNGESÜHNTE VERBRECHEN

 

Bis auf einen SS-Offizier, der in Deutschland vor Gericht stand, hatte keiner der Verantwortlichen jemals eine Strafe für die schrecklichen Bluttaten verbüßen müssen. 1953 fand in Bordeaux ein Prozess gegen eine Reihe von Tätern und Helfern des Massakers statt. Die verurteilten Elsässer, die zur SS-Division zum großen Teil zwangsrekrutiert worden waren, wurden rasch wieder freigesprochen. Die Amnestie der Elsässer riss damals tiefe Wunden in Frankreich. Robert Hébras glaubte lange Zeit, alle Elsässer hätten sich freiwillig für die deutsche Armee entschieden. In diesem Glauben hatte er sein Buch über Oradour geschrieben. Die Äußerung des Zeitzeugen entfachte eine heftige Debatte im Elsass, die bis heute anhält und belastend wirkt. Der als „Schlächter von Oradour“ bekanntgewordene Kriegsverbrecher Heinz Barth war 2007 im Alter von 86 Jahren gestorben. Nach seiner Entdeckung 1983 in der ehemaligen DDR wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt und 1997 wegen seines schlechten Gesundheitszustandes entlassen. Bei seinem Prozess habe er „keinerlei Bedauern“ über seine Taten gezeigt, so Robert Hébras, der 1983 bei dem Gerichtsverfahren als Zeuge gehört wurde. Weitere Spuren gegen sechs Kriegsverbrecher der Waffen-SS in Oradour waren durch die Stasi-Unterlagen ins Rollen gekommen. 67 Jahre nach dem Massenmord hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund die Wohnungen von sechs am Massaker beteiligten Wehrmachtsangehörigen durchsuchen lassen. Wesentliche Beweise hatte man bei der Razzia in den Wohnungen der Männer im Alter von inzwischen 85 und 86 Jahren aber nicht gefunden.

 

BOTSCHAFTER FÜR FRIEDEN UND VÖLKERVERSTÄNDIGUNG

 

Wer heute durch die Gedenkstätte geht, sieht neben den zerstörten Häusern auch Straßenbahnschienen und Oberleitungsmasten ohne Verwendung, ausgebrannte Autowracks und die verkohlten Kinderwägen in der Kirche von Oradour. Zur Visualisierung der unfassbaren Bluttat wurde den Oberstufenschülern ein kurzer Film über die „Geisterstadt“ gezeigt, in der die Zeit an jenem 10. Juni 1944 stillstand. Die 16 Hektar Ruinen werden heute mit viel Aufwand vor dem Einsturz bewahrt. Unmittelbar nach dem Massenmord, gesteht der 87-jährige Zeitzeuge, empfand er freilich Hass gegenüber den Nazi-Marodeuren. Er hatte sich deshalb für kurze Zeit der Resistance angeschlossen, sich dann aber anders besonnen und die Rechnung mit den Mördern seiner Mutter und seiner Schwestern trotz des tiefen Schmerzes nicht beglichen. Im Laufe der Zeit löste sich Robert Hébras von der Rolle des Opfers um verzeihen zu können und den Weg zu ebnen für eine dauerhafte Versöhnung zwischen Franzosen und Deutschen. Immer noch führt er Besucher durch die Ruinen, hält Vorträge vor Schulklassen und kommt gerne nach Mittelfranken zu seinem langjährigen Freund Fritz Körber. Hébras‘ Lebenswerk im Kampf gegen das Vergessen wird im Film „Une vie avec Oradour“ gewürdigt. Auf der Leinwand sieht man Robert Hébras, den Botschafter für Frieden und Völkerverständigung, und Jean-Marcel Darthout, wie sie durch die Trümmer ihres Heimatdorfes gehen. Sie sind die beiden letzten Überlebenden des menschenverachtenden Massakers von Oradour-sur-Glane, das nie in Vergessenheit geraten darf.

 

IM VISIER DER STASI – LAUSCHEN, SPÄHEN, SCHNÜFFELN

 

Jahn-Behörde

 

Ein DDR-Bürger, dem die Staatssicherheit den Decknamen „Revisor“ gab, gerät ins Visier des Überwachungsstaates: Er wird systematisch beobachtet, verfolgt und schließlich verhaftet. In den Archiven der Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit lagern neben den ca. 160 Kilometern Akten auch Schulungs-Filme und Videos, die einen Einblick in das Selbstbild und Feinddenken der Stasi geben. Der wohl bekannteste Propaganda-Film dieser Art mit dem Titel „Revisor“ wurde den Schülerinnen und Schülern der elften Klassen in Auszügen vorgeführt. Er macht deutlich, in welchem Ausmaß und mit welchem Aufwand die Menschen in der DDR in die Mühlen der Staatssicherheit gerieten.

Dr. Hans-Peter Löhn von der Berliner Behörde für die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen (BStU) sorgte am Geschwister-Scholl-Gymnasium nicht nur mit Filmen, darunter auch bekannte Spielfilme wie „Das Leben der Anderen“ oder „Wie Feuer und Flamme“, für die nötige Anschaulichkeit. Er hatte auch umfangreiches Material von der Bundeshauptstadt mit nach Röthenbach gebracht, das aufgrund seines exemplarischen Charakters und seines Bezugs zur Lebenswelt Jugendlicher besonders geeignet ist, einen Einblick in das perfide Handwerk der Staatssicherheit zu vermitteln. Die Schüler hörten von den „Zersetzungsmethoden“, vom MfS (Ministerium für Staatssicherheit) als psychologisches Unterdrückungs- und Verfolgungsinstrument eingesetzt. Selbstvertrauen und Selbstwert der Opfer sollten untergraben werden, sie wurden verängstigt, verwirrt oder sogar an den Rand des Wahnsinns gebracht. So erging es einer DDR-Bürgerin, in deren Wohnung ständig aus „unerklärlichen Gründen“ die Bettwäsche umgeräumt war, worauf sie einen Nervenzusammenbruch erlitt. In ihrer Stasi-Akte war dann zu lesen: „Aufgabe erfüllt“. Ein anderes Beispiel: Eine Schülerin, die durch eigenständiges Denken negativ aufgefallen war, hatte die Abiturprüfung nicht bestanden. 10 Jahre später erfuhr sie durch Einsicht in ihre Akte den Grund. Abweichendes Verhalten zerstörte die Lebenschancen Jugendlicher in der DDR. Die „Täter“ wurden überwiegend unter Druck gesetzt, sodass sie häufig keine andere Wahl hatten, als sich in den Dienst der Staatssicherheit zu stellen. Warum arbeiteten Kinder aus Stasi-Familien ebenfalls für die Geheimpolizei? Wie gestaltete sich der typische Verlauf eines Verhörs und wie waren die Haftbedingungen? Auf diese und weitere Fragen erhielten die Elfklässer von dem Dozenten der Jahn-Behörde fundierte Antworten. Die MfS-Unterlagen sind aber nicht nur Quellen der Repression und zeugen von der paranoiden Kontroll- und Sammelwut der Staatssicherheit, sondern sie belegen auch den Mangel an Zustimmung der DDR-Bürger gegenüber der Staatsmacht und zeigen die Zivilcourage vieler Menschen.

40 Jahre lang, von der Gründung bis hin zu ihrer schrittweisen Auflösung, garantierte die Staatssicherheit als „Schild und Schwert der Partei“ und wichtigstes Repressionsinstrument die Existenz der SED-Diktatur. Die perfekt auf den Geschichtslehrplan der 11. Klassen abgestimmte Veranstaltung vertiefte die im Unterricht erarbeiteten Themenschwerpunkte Demokratie und Diktatur. Nur wer das perfide und ausgeklügelte System der Angst kennt, kann Freiheit und Demokratie wertschätzen oder wie Roland Jahn, der neue Stasi-Beauftragte und Nachfolger von Marianne Birthler, im März dieses Jahres in seiner Antrittsrede zu bedenken gab: „Je besser wir begreifen, wie die Diktatur in der DDR funktioniert hat, desto besser können wir (…) Demokratie gestalten.“ In diesem Sinne diente der Besuch des Dozenten für politische Bildung sowohl der historischen Auseinandersetzung mit der zweiten deutschen Diktatur als auch der Menschenrechts- und demokratischen Werteerziehung.

Für interessierte Kolleginnen und Kollegen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums bot der Referent am Nachmittag eine schulinterne Fortbildung zum Thema „Staatssicherheit“ an. Besonderer Dank gilt Studienrat Roland Bauereisen, der den Kontakt zu der Jahn-Behörde hergestellt und diese hochkarätige Veranstaltung, von der Schüler und Lehrer gleichermaßen profitierten, initiiert hat.

12. JAHRGANGSTUFE

12.Jahrgangsstufe

Grundwissen

6. JAHRGANGSSTUFE

  • Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 6 behandelten Zeitraum anhand folgender Daten zu glieder: Seit etwa 10000 v. Chr. Übergang zur Sesshaftigkeit; ab 3000 v. Chr. Hochkultur in Ägypten; 5. Jh. v. Chr. Blütezeit Athens; 753 v. Chr. der Sage nach Gründung Roms; 1. Jh. v. Chr. Übergang Roms von der Republik zum Prinzipat; um Christi Geburt Zeitalter des Augustus.
  • Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren: Archäologie, Quelle, Altsteinzeit, Jungsteinzeit, Hieroglyphen, Pharao, Pyramide, Polytheismus, Monotheismus, Judentum, Antike, Polis, Aristokratie, Olympische Spiele, Ilias und Odyssee, Demokratie, Hellenismus, Senat, Patrizier, Konsul, Republik, Diktator, Kaiserzeit, Limes, Christentum, Staatsreligion, Völkerwanderung, Islam, Mittelalter, Reichsbildung der Franken, Mönchtum.
  • Beherrschen von Fähigkeiten und Methoden: Umgang mit historischen Quellen; Unterscheiden von Autorentext und Quelle im Schulbuch; Lesen einfacher Schaubilder, Graphiken und Karten; Verwerten multimedialer Informationsmöglichkeiten.
  • Bereitschaft, sich mit Formen geschichtlicher Überlieferung zu beschäftigen; Interesse an den Lebensverhältnissen der Menschen in früherer Zeit; Bewusstsein von der Geschichtlichkeit menschlichen Daseins und menschlicher Zivilisation.

7. JAHRGANGSSTUFE

  • Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 7 behandelten historischen Zeitraum anhand folgender Daten zu gliedern: 800 Kaiserkrönung Karls des Großen; 1077 Heinrich IV. in Canossa; 1453 Eroberung Konstantinopels; 1492 Entdeckung Amerikas durch Kolumbus;15 17 Beginn der Reformation; 1618-1648 Dreißigjähriger Krieg.
  • Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren: König, Kaiser, Grundherrschaft, Lehenswesen, Herzog, Adel, Reichskirche, Investiturstreit, Ritter, Kreuzzug, Stadtrecht, Reichsstadt, Bürger, Ghetto, Goldene Bulle, Kurfürsten, Territorialstaat, Ständewesen, Ostsiedlung, Neuzeit, Renaissance, Humanismus, Luther, Westfälischer Friede, Absolutismus, Hegemoniestreben, Merkantilismus, Gleichgewichtspolitik, konstitutionelle Monarchie, Parlament.
  • Beherrschen von Fertigkeiten und Methoden: Einfaches quellenkritisches Arbeiten (Beschreibung, Analyse, Interpretation) unter Berücksichtigung gegenständlicher Quellen, Denkmäler und Bilder (Absicht und Wirkung); Auswerten einfacher Graphiken, Schaubilder und Karten; Recherchieren in Nachschlagewerken und im Internet; Erkennen und Beurteilen der Fiktionalität der Darstellung von Geschichte im Jugendbuch oder im Historienfilm.
  • Einsicht in den Wechsel von Kontinuität und Wandel im geschichtlichen Prozess; Bewusstsein von den historischen Wurzeln unseres modernen Welt- und Menschenbildes; Bereitschaft zum aufgeschlossenen und friedlichen Zusammenleben mit Menschen anderer Religionen und Kulturen.

8. JAHRGANGSTUFE

  • Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 8 behandelten historischen Zeitraum anhand folgender Daten zu gliedern: 14.7.1789 Beginn der Französischen Revolution; 1806 Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; 1815 Wiener Kongress; 1832 Hambacher Fest; 1848/49 Revolution in Deutschland; 1871 Reichsgründung; 1914-1918 Erster Weltkrieg; 1917 Russische Revolution.
  • Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren: Aufklärung, Menschenrechte, Volkssouveränität, Verfassung, Gewaltenteilung, Bürgertum, Nation, Nationalismus, Kaisertum Napoleons, Montgelas, Liberalismus, Deutscher Bund, Industrielle Revolution, soziale Frage, Sozialismus, Arbeiterbewegung, Deutsches Kaiserreich, Bismarck, Reichstag, Parteien, Kulturkampf, Sozialistengesetz, Sozialgesetzgebung, Imperialismus, Kommunismus, Vertrag von Versailles.
  • Beherrschen von Fertigkeiten und Methoden: Selbstständiges Arbeiten mit schriftlichen Quellen; Beschreiben und Analysieren von Bildquellen; kritisches Nutzen von Internet und fachspezifischer Software; differenziertes Auswerten und Interpretieren von Graphiken, Statistiken und Karten; Präsentieren selbst erarbeiteter Ergebnisse.
  • Einsicht in den Gegenwartsbezug historischer Ereignisse und Prozesse, Bewusstsein für die Entwicklung und Bedeutung demokratischer Ordnungsvorstellungen.

9. JAHRGANGSTUFE

  • Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 9 behandelten historischen Zeitraum anhand folgender Daten zu gliedern: 1918 Novemberrevolution; 1923 Hitlerputsch; 1929 Weltwirtschaftskrise; 30.1.1933 Hitler Reichskanzler; 9.11.1938 Novemberpogrom; 1.9.1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs; Widerstand; 20. Juli 1944 Attentat auf Hitler; 8/9.5.1945 bedingungslose Kapitulation Deutschlands; 1946 Verfassung des Freistaats Bayerns; 23.5.1949 Grundgesetz; 1949 Gründung der beiden deutschen Staaten; 17.6.1953 Aufstand gegen das DDR-Regime; 1961 Mauerbau; 1963 deutsch-französischer Freundschaftsvertrag.
  • Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren: Völkerbund, Weimarer Verfassung, Inflation, „Machtergreifung“, Nationalsozialismus, Antisemitismus, „Ermächtigungsgesetz“, „Gleichschaltung“, „Nürnberger Gesetze“, systematische Vernichtung der europäischen Juden, Holocaust bzw. Shoa, Konzentrations- und Vernichtungslager, Münchner Abkommen, Konferenz von Potsdam, Flucht und Vertreibung, Besatzungszonen, Entnazifizierung, Währungsreform, Deutsche Frage, Kalter Krieg, Westintegration, NATO, Warschauer Pakt, europäische Einigung, Nahostkonflikt, Nord-Süd-Konflikt, UNO.
  • Beherrschen von Fertigkeiten und Methoden: Erkennen manipulativer und propagandistischer Mittel in Massenmedien; Erfassen komplexerer Sachtexte; differenziertes Bewerten schriftlicher auch fremdsprachlicher Quellen und von Zeitzeugenberichten; Umgang mit Informationen aus dem Internet; Recherchieren in Bibliotheken und ggf. Archiven.
  • Einsicht in den menschenverachtenden Charakter der nationalsozialistischen Ideologie und Bewusstsein von der Gefährdung der Demokratie durch extremistische Kräfte; Bereitschaft zum persönlichen Engagement für unsere freiheitlich-demokratische Wertordnung.

10. JAHRGANGSTUFE

  • Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 10 behandelten historischen Zeitraum anhand folgender Daten zu gliedern: 1961/62 Kuba-Krise; 1972 Grundlagenvertrag; ab 1985 Reformpolitik in der UdSSR; 1989 Umbruch im Ostblock; 9.11.1989 Öffnung der innerdeutschen Grenze; 3.10.1990 „Tag der Deutschen Einheit“; 1992 Vertrag von Maastricht.
  • Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren: Entspannungspolitik, Ostverträge, „68er Bewegung“, Glasnost und Perestrojka, Osterweiterung der EU.
  • Festigung und Differenzierung der in den Jahrgangsstufen 6 bis 9 erworbenen Methodenkompetenz durch kontinuierliche Anwendung.

SOZIALKUNDE

 

 

Fachbetreuerin des Fachs Sozialkunde:

  • Frau StDin Sigrid Söldner

 

Ab der 10. Klasse ist Sozialkunde für die Schülerinnen und Schüler ein Pflichtfach, in Kombination mit Geschichte.

Für Angehörige des Wirtschaftswissenschaftlichen Zweiges steht das
Fach schon ab der 9. Klasse auf dem Stundenplan.

 

Lehrplan:

10. Klasse    

·         Grundlagen unserer Verfassungsordnung

·         Mitwirkungsmöglichkeiten in der demokratischen Gesellschaft im Überblick

·         Grundzüge der politischen Ordnung in Deutschland

·         Fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt mit Geschichte

11. Klasse    

·         Struktur und Wandel der Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland

·         Grundzüge politischer Systeme der Gegenwart

12. Klasse           

·         Europäische Einigung

·         Frieden und Sicherheit als Aufgabe der internationalen Politik

·         Herausforderungen für die Politik in einer globalisierten Welt

Mehr Informationen zum Lehrplan finden Sie hier.

Fachbetreuer für das Fach Geographie ist

  • Herr OStR Florian Scherz

Das Fach Geographie findet in den Jahrgangsstufen 5, 7, 8 und 10. In der Oberstufe kann es als gesellschaftswissenschaftliches Fach oder als Seminarfach gewählt werden.

Der Lehrplan

INHALTE

Im Unterrichtsfach Wirtschaft und Recht lernen die Schülerinnen und Schüler, wie die Wirtschafts- und Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland den Rahmen für ihr tägliches Handeln bildet. Dabei lernen sie nicht nur die historische Entstehung, sondern auch die zugrundeliegenden Werte und die theoretischen Hintergründe der Sozialen Marktwirtschaft kennen. Daraus wächst das Bewusstsein, dass eine Gesellschaftsordnung, die Frieden und Wohlstand garantiert, keine natürliche Selbstverständlichkeit ist, sondern Urteilskraft und Verantwortungsbewusstsein seiner Bürger voraussetzt. Im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung verhilft das Fach den Schülerinnen und Schülern dazu, als Verbraucher in wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen Bescheid zu wissen und entsprechend selbstsicher auf Märkten agieren zu können. Weitere Bildungsziele sind das nachhaltige Verbraucherverhalten und der Einblick in Geschäftsprozesse von Unternehmen.

Aus diesem Selbstverständnis leiten sich folgende Lehrplaninhalte ab:

  • Wirtschaftliches Handeln der privaten Haushalte- Entscheidungen beim Konsum und beim Umgang mit Geld
    – Entscheidungen im Zusammenhang mit Ausbildung und Beruf
  • Rechtliches Handeln der privaten Haushalte

– Bedeutung und Abschluss von Verträgen am Beispiel der Kaufhandlung
– Rechte des Verbrauchers bei Pflichtverletzungen
– Die rechtliche Stellung Minderjähriger

  • Wirtschaftliches und rechtliches Handeln in Unternehmen

– Entscheidungen bei der Gründung eines Unternehmens
– Typische Geschäftsprozesse in Unternehmen
– Das Rechnungswesen als Grundlage unternehmerischen Handelns

  • Denken in gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen

– Unternehmen und Haushalte auf dem Markt
– Unternehmen und Haushalte in der Gesamtwirtschaft

  • Zentrale Aspekte der deutschen Wirtschafts- und Rechtsordnung

– Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung
– Steuern und soziale Sicherung in der sozialen Marktwirtschaft
– Öffentliches Recht als Handlungsrahmen

  • Europäische Einigung und weltwirtschaftliche Verpflichtungen

– Chancen und Risiken internationaler Arbeitsteilung
– Währungen und Europäische Währungsunion
– Europäisches Recht als Quelle nationalen Rechts

Je nach Zweig werden diese Inhalte unterschiedlich vertieft. Genauere Hinweise dazu finden sich im Lehrplan:

http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=26398

DIE ZWEIGE

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist das einzige Gymnasium im Nürnberger Land, das den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, ihre Kompetenzen im Bereich Wirtschaft und Recht durch die Wahl des wirtschaftswissenschaftlichen Zweiges besonders zu vertiefen. Hinzu kommt ein dreijähriger Unterricht in Wirtschaftsinformatik.
Aber auch im naturwissenschaftlich-technologischen und sprachlichen Zweig ist das Fach in den Jahrgangsstufen 9 und 10 vertreten.
In der Oberstufe gibt es für Schülerinnen und Schüler aller Zweige die Möglichkeit, das Fach Wirtschaft und Recht zu wählen.

Je nach Zweig ergeben sich dann folgende Stundentafeln:

Zweige

PRAKTISCHE BEZÜGE, BERUFS- UND STUDIENORIENTIERUNG IM RAHMEN DES FACHS WIRTSCHAFT UND RECHT

Um den Praxisbezug des Fachs deutlich zu machen, haben Schüler folgende Möglichkeiten, ihre erworbenen Kompetenzen in Wettbewerben, Planspielen und bei Unternehmenskontakten anzuwenden:

  • Alle Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe nehmen am Planspiel Börse teil, um erste Einblicke in die Chancen und Risiken einer Geldanlage in Anleihen und Aktien zu erhalten. Im Profilfach des wirtschaftswissenschaftlichen Zweigs erhalten die Schüler parallel zum Planspiel eine Einführung in Geldanlagestrategien. Am Beispiel der Wirtschaftskrise des Jahres 2008 wird ihnen aber auch vermittelt, welche volkswirtschaftlichen Risiken von wenig regulierten Finanzmärkten ausgehen können.

Zum besonderen Erfolg unserer Schüler bei Planspiel Börse

  • Für die Bereiche betriebswirtschaftliche Strategieentwicklung und unternehmerisches Handeln können die Schüler zusätzlich noch an den Planspielen „Deutscher Gründerpreis“ und „Play the Market“ teilnehmen. Für beide werden fortlaufend entsprechende P-Seminare angeboten, so dass insbesondere die Schüler des Wirtschaftszweiges die Möglichkeit haben, ihre Schwerpunktsetzung auch in der Oberstufe fortzuführen. Für das Planspiel „Play the Market“ ist eine Spielteilnahme auch in der 10. Jahrgangsstufe möglich.

Zum besonderen Erfolg unserer Schüler beim Planspiel „Deutscher Gründerpreis“

  • Im Schuljahr 2013/14 nahm eine 10. Klasse außerdem am Projekt „Jugend und Wirtschaft“ teil, das in Zusammenarbeit des Bundesverbands Deutscher Banken mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung angeboten wird. Ein kostenloses Jahresabonnement der FAZ ermöglichte es den Schülern durch Lektüre des wirtschaftlichen Tagesgeschehens aktuelle Einblicke in das Wirtschaftsleben zu erhalten. Im Profilfach Wirtschaft und Recht wurden diese Ereignisse ausführlich diskutiert und Bezüge zu den Themengebieten des Stoffes hergestellt. Zudem bekamen die Schüler den Auftrag, im Rahmen eines Wettbewerbes einen eigenen Zeitungsartikel als Bericht über ein besonders innovatives Produkt bzw. Unternehmen selbst zu recherchieren und zu schreiben.
  • Die kaufmännischen Belange der beiden Schülerfirmen „Cafe Lazy’s“ und „Schulshop“ werden durch die Fachschaft Wirtschaft betreut. Hier haben die Schülerinnen und Schüler über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Bereich der Unternehmensführung zu sammeln.
  • In der 10. Jahrgangsstufe sammeln die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Berufspraktikums „Shadowing“ erste Eindrücke und Erfahrungen mit der Arbeitswelt. Diese werden im Wirtschaftsunterricht reflektiert und vertiefen damit den Bereich der Studien- und Berufsorientierung, wie er für das Fach als Lehrplaninhalt ebenfalls vorgesehen ist.

WIRTSCHAFTSINFORMATIK

Die Ziele des Fachs Wirtschaftsinformatik sind laut Lehrplan:

„Neben einer anwendungsbezogenen Vermittlung von Grundlagen der Informatik steht die Geschäftsprozesse Betrachtung der Geschäftsprozesse als Basis der Wertschöpfung des Unternehmens und Knotenpunkt des Informationsflusses im Mittelpunkt des Unterrichts. Geschäftsprozesse werden dabei in der Regel als übergreifende, ereignisgesteuerte Prozessketten verstanden.

Ausgehend von einfachen Beispielen werden die Schüler schrittweise an das Rechnungswesen als Modell Analyse, Strukturierung und Modellierung zunehmend komplexerer Prozesse herangeführt. In diesem Zusammenhang spielt das Rechnungswesen als Modell der Erfassung von Strukturen und Vorgängen im Unternehmen eine bedeutende Rolle.

Der Aufbau des Lehrplans orientiert sich am Informationsfluss eines Fertigungsbetriebs. In Anlehnung an den Aufbau des Fachlehrplans Wirtschaft und Recht wird dabei von den Geschäftsprozessen ausgegangen, die sich noch relativ leicht aus der Erfahrungswelt der Jugendlichen erschließen lassen (z. B. Kommunikation zwischen privaten Haushalten und Unternehmen), und dann erst der Blick auf Informationsflüsse gelenkt, die innerhalb des Informationsflüsse eines Fertigungsbetriebs Unternehmens liegen (z. B. Anwenden der Informationstechnologie bei Beschaffungs- und Absatzvorgängen). Grundlegende Methoden der Informatik (z. B. Datenmodellierung, Entwickeln von Algorithmen) sowie Standardsoftware werden so in immer komplexeren Zusammenhängen wiederholt angewendet. Gleichzeitig wird die Betrachtung der rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen über die Jahrgangsstufen hinweg vertieft. Schwerpunkt des Unterrichts ist die anwendungsbezogene Vermittlung von Grundlagen der Informatik.“

Konkret ergibt sich daraus folgende Aufstellung an Inhalten, verteilt auf die jeweiligen Jahrgangsstufen und Felder:Wirtschaftsinformatik

Darüber hinaus besteht für die Schülerinnen und Schüler des wirtschaftswissenschaftlichen Zweiges die Möglichkeit, das Fach Wirtschaftsinformatik auch in den Jahrgangsstufen 11 und 12 zu belegen.

Die genaueren Inhalte finden sich im Lehrplan.

DIE FACHSCHAFT

Das Fach Wirtschaft und Recht wird am Geschwister-Scholl-Gymnasium von folgenden Lehrkräften unterrichtet:

– StR Benedikt Birnmeyer

– OStR Armin Braun

– StR Sebastian Bretzner

– OStRin Christine Jack

– StRin Christine Köhler

– OStR Dr. Florian Scherz

– OStRin Daniela Schmidt-Thiel

– StRin Barbara Titze

Fachbetreuer ist OStR Dr. Florian Scherz

Fachbetreuer für das Fach Ethik ist

  • StRin Stefanie Bretzner

Die Schülerinnen und Schüler können das Fach Ethik ab der 5. Klasse als Alternative zum Religionsunterricht wählen. 4 Mal im Jahr findet ein ökomenischer Gottesdienst statt.

 

ETHIK IN DER 10. KLASSE:

In dieser Jahrgangsstufe werden die Schüler mit Grundfragen der Anthropologie als philosophischer Reflexion über den Menschen vertraut. Sie wenden ihre bisher erworbenen Kenntnisse über Weltreligionen an, um die Relevanz religiöser Sinnstiftung beurteilen zu können. Im Bereich der angewandten Ethik bieten die Themen Medizinethik und Ethik des wirtschaftlichen Handelns Gelegenheit zu einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit.

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:

  • ethische Grundpositionen der Antike erläutern können
  • philosophische Grundbegriffe und -modelle sowie ihre Inhalte kennen und verstehen: Höhlengleichnis Platons, Gesellschaftsvertragstheorie bei Hobbes, Rousseau und Kant
  • zentrale Aspekte religiöser Lebens- und Weltorientierung erfasst haben
  • eine medizinethische Fallanalyse nach einem eingeübten Schema durchführen und die Entscheidung begründen
  • zwei Personbegriffe unterscheiden können
  • mit wirtschaftsethischen Grundbegriffen vertraut sein

 

ETHIK IN DER 11./12. KLASSE:

In den Jahrgangsstufen 11 und 12 werden Fragen der Orientierung des Menschen unter dem Aspekt des verantwortlichen Handelns und Entscheidens erörtert. Die Schüler erhalten einen Überblick über Grundpositionen philosophi­scher Ethik und er­fahren hierbei die Ab­hängigkeit der Denker­geb­nisse von in­haltlichen und metho­dischen Vorausset­zun­gen. Der gei­stesge­schicht­liche Be­zug der angebotenen Themen er­öffnet ihnen einen Zu­gang zum moralischen Erbe unserer Kultur von der Anti­ke bis zur Gegenwart. Durch die Lektüre ausgewählter Tex­te gewin­nen sie einen Ein­blick in verschiedene Argumenta­ti­ons­weisen und Schulen im Nach­vollzug der philosophischen Ge­dankenfüh­rung ihr eigenes Denk­vermögen. Sie er­fahren, wie ethi­sche Funda­mentalpro­bleme (z. B. Freiheit, Gerechtigkeit, das gute Leben) im Lauf der Geschichte immer wie­derkehren, aber unter verän­derten Bedin­gungen und unter Einbezie­hung neuer Erkenntnisse unterschiedlich be­antwortet werden.

Fragen der angewandten Ethik lenken schließlich die Aufmerk­samkeit der Schü­ler auf die Verantwortung des Einzelnen und der Gemein­schaft verschiedenen ethischen Pro­blemen gegenüber und hel­fen ihnen, nach geeigneten Lösungsmög­lichkeiten zu su­chen.

In den Seminaren erhalten die Schüler Gelegenheit zu wissenschaftspropädeutischer Arbeit im Zusammenhang mit ethischen Fragestellungen sowie Unterstützung bei ihrer beruflichen Orientierung.

Die Schüler erweitern in der Beschäftigung mit wesentlichen Grundpositionen aus dem Bereich von Recht und Gerechtigkeit ihr Urteilsvermögen für soziale Handlungsweisen. Dabei lernen sie sowohl philosophische Aussagen als auch überlieferte und geltende Rechtsgrundsätze kennen. Zu diesen gehört auch die Achtung vor der Würde des Menschen. Sie überdenken dabei die wechselseitigen Einflüsse von Ethik und Recht und lernen Strafrechtstheorien sowie Bedingungen für gerechte Gestaltungsmöglichkeiten menschlichen Zusammenlebens durch den Staat kennen.

KATH. RELIGIONSLEHRE

Im katholischen Religionsunterricht wird den Schülern die Geschichte der Kirche, die Geschichte der christlichen Kultur des Abendlandes und der kirchliche Glauben und seine Weltanschauung kompetent näher gebracht.

 

DIE ZUSTÄNDIGEN LEHRKRÄFTE:

Fachbetreuer des Faches katholische Religionslehre:

  • StD Alfred Mayer

Weitere Lehrkräfte des Faches katholische Religionslehre:

  • StRefin Annemarie Herrmann
  • OStRinDorothee Bösel

 

Religionslehre ist ein Pflichtfach in allen Jahrgangsstufen. Alternativ kann das Fach Ethik gewählt werden.

Der ökumenische Gottesdienstkreis gestaltet viermal im Jahr Schulgottesdienste: zum Schulanfang, vor Weihnachten, vor Ostern und zum Schuljahresende

 

ÖKUMENISCHER GOTTESDIENSTKREIS:

Schulgottesdienste sind langweilig?! – Sind sie nicht!!

Dafür sorgt seit vielen Jahren der Gottesdienstkreis unserer Schule.

Was liegt Jugendlichen auf der Seele? Welche Themen sind aktuell? Was brennt?

Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen stellen sich zusammen mit Lehrerinnen und Lehrern diese Fragen und suchen Antworten.
Und heraus kommen ökumenische Schulgottesdienste: Ernsthafte…. witzige…. spielerische…. Gottesdienste, die gut tun und eine große Fangemeinde haben.

Zweimal pro Jahr fahren wir miteinander auf ein Arbeitswochenende zum planen, gestalten, spielen und Freundschaften knüpfen. Wir freuen uns jederzeit über neue „MitfahrerInnen“. Bei Interesse meldet Euch bei Frau Löffler!

 

EINE ZUSAMMENFASSUNG DES LEHRPLANS:

 

Jahrgangsstufe 5:

In dieser Klasse lernen die Schüler von der Einzigartigkeit eines jeden Menschen, von bedeutenden Verhaltensregeln in der Gemeinschaft und über verschiedene Gebete und Gebetsformen. Weitere Themen sind die Glaubensvorstellung Abrahams im Vergleich zu anderen Gottesvorstellungen, der sachgerechte Umgang mit der Bibel und ihre Bedeutung, die Lebenswelt Jesu und die Bedeutung seiner Botschaft. Zu guter Letzt erfahren die Schüler noch etwas über die Verhaltensregeln in der Kirche und über die Arten, Stile und Einrichtung katholischer Gotteshäuser.

 

Jahrgangsstufe 6:

Es geht um die eigene Zeiteinteilung und -gestaltung, um christliche Feste und um die Lebenssituationen von Kindern in anderen Teilen der Welt. Dazu wird auch über katholische Hilfsorganisationen gelehrt. Außerdem erfahren die Schüler etwas über die israelischen Könige zu biblischen Zeiten, über die Verantwortung menschlicher Macht vor Gott, über die Auferstehung Jesu und die Hoffnung, die diese spendet und über das kirchliche Gemeindeleben und den Ursprung desselben.

 

Jahrgangsstufe 7:

In der siebten Klasse werden die Themen „Fragen und Lebenseinstellungen im Jugendalter“, „das Markusevangelium“, „christliche Symbole und Rituale“ und „das Christentum im Mittelalter“ behandelt. Außerdem wird den Schülern viel über den islamischen Glauben beigebracht

 

 

Zur Veranschaulichung werden auch Exkursionen unternommen, hier zum Beispiel in eine Moschee:

Moschee 1

 

 

Jahrgangsstufe 8:

In diesem Schuljahr geht es um die Deutung des Schöpfungsberichts, um Schuld, Konflikte und das Lösen dieser und um den Wandel des Verständnisses von Gottesgnadentum während der Reformation. Weitere Themen sind die Aufgabenfelder der Kirche und die Bewertung neuartiger religiöser und esoterischer Strömungen.

 

Jahrgangsstufe 9:

Zuerst wird der biblische Exodus, dessen Bedeutung und die Rolle der Propheten behandelt. Weitere Themen sind das Judentum und seine Verbindung zum Christentum, der Wandel der Kirche im 20. Jahrhundert, christliche Wertvorstellungen im Bezug auf Freundschaft, Liebe und Sexualität und die Verantwortung für Ausbildung und Beruf.

 

Bilder vom Synagogenbesuch von 2014:

 

Synagoge 1 Synagoge 2

 

 

Jahrgangsstufe 10:

In der zehnten Klasse werden die Schüler über die christliche Verantwortung gegenüber dem Leben unterrichtet, dazu gehören Menschenwürde und -rechte. Weitere Themen sind die christliche Vorstellung von der Wiederauferstehung und der Jenseitserwartung, der Bedeutung Jesu für den christlichen Glauben, Sinneserfahrungen und Meditation und zu guter Letzt noch der Dialog mit dem Hinduismus und dem Buddhismus.

 

Bilder vom Besuch des Buddhistischen Zentrums:

Buddha 1  Buddha 2

 

Jahrgangsstufe 11: 

Welche Rolle spielt Religion in der heutigen Gesellschaft? Das ist die erste Frage, die in der Oberstufe gestellt wird. Außerdem werden Gotteserfahrungen in der Bibel, die Begründungen des Gottesglaubens und christliche Menschenbilder gelehrt.

 

Jahrgangsstufe 12:

Das finale Schuljahr wird mit ethischen Ansichten und Problemen, beurteilt aus katholisch-christlicher Sicht, eingeleitet. Zum Schluss beschäftigt man sich noch mit der Gestaltung der Zukunft, auch der eigenen, und erschließt noch einmal die Grundrisse des christlichen Credos.

 

>> Hier der Link zum ausführlichen Lehrplan

EV. RELIGIONSLEHRE

im evangelischen Religionsunterricht wird den Schülern der Dialog mit dem christlichen Glauben und das christliche Selbstverständnis anschaulich und kompetent beigebracht.

 

DIE ZUSTÄNDIGEN LEHRKRÄFTE:

Fachbetreuer des Faches evangelische Religionslehre: 

  • OStR Peter Bäumler

Weitere Lehrkräfte des Faches evangelische Religionslehre:

  • Pf Thomas Geyer
  • OStR Dr. Florian Scherz
  • Pfin Stephanie Löffler

 

Religionslehre ist ein Pflichtfach in allen Jahrgangsstufen. Alternativ kann das Fach Ethik gewählt werden.

Der ökumenische Gottesdienstkreis gestaltet viermal im Jahr Schulgottesdienste: zum Schulanfang, vor Weihnachten, vor Ostern und zum Schuljahresende.

 

ÖKUMENISCHER GOTTESDIENSTKREIS:

Schulgottesdienste sind langweilig?! – Sind sie nicht!!
Dafür sorgt seit vielen Jahren der Gottesdienstkreis unserer Schule.

Was liegt Jugendlichen auf der Seele? Welche Themen sind aktuell? Was brennt?

Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen stellen sich zusammen mit Lehrerinnen und Lehrern diese Fragen und suchen Antworten.
Und heraus kommen ökumenische Schulgottesdienste: Ernsthafte…. witzige…. spielerische…. Gottesdienste, die gut tun und eine große Fangemeinde haben.

Zweimal pro Jahr fahren wir miteinander auf ein Arbeitswochenende zum planen, gestalten, spielen und Freundschaften knüpfen. Wir freuen uns jederzeit über neue „MitfahrerInnen“. Bei Interesse meldet Euch bei Frau Löffler!

   

EINE ZUSAMMENFASSUNG DES LEHRPLANS:

 

Jahrgangsstufe 5:

Zu erst geht es um das Miteinander in Schule und Klasse. Danach geht man zum Christentum im heimatlichen Umfeld und zur Begegnung mit der Bibel über. Zum Schluss werden noch die „Gestalten aus den alttestamentlichen Königsgeschichten“ und die Grundsätze des Gottesglaubens behandelt.

 

Jahrgangsstufe 6:

Das einleitende Thema der sechsten Klasse ist Jesus. Behandelt werden das Umfeld, in dem er lebte, seine Botschaft und die Menschen aus seinem Umkreis. Weitere Themen sind religiöse Feste und Bräuche und das Leben in der Gruppe.

 

Jahrgangsstufe 7:

Zu Beginn werden Themen besprochen, die sich auf die kirchliche Gemeinschaft beziehen, auf was diese basiert, ihr Selbstverständnis und welche Personen sie bis zur Reformation beeinflusst haben. Weiter große Themen sind der Islam und seine Grundzüge, Wunschträume und Ängste und die christliche Nächstenliebe.

 

 

Zur Veranschaulichung werden auch Exkursionen unternommen, hier zum Beispiel in eine Moschee:

Moschee 1

 

Jahrgangsstufe 8:

Die Schüler erfahren von der biblischen Schöpfungsgeschichte, unterschiedlichen Familienformen, der Geschichte der Reformation und von neuartigen religiösen Bewegungen.

 

Jahrgangsstufe 9:

Das erste Thema bildet die Geschichte des Judentums und seine Verbindung mit dem Christentum. Als nächstes wird die Bedeutung Jesu für den christlichen Glauben und auch die eigene Gottesvorstellung besprochen und der Frage nach dem richtigen Umgang mit Liebe und Sexualität nachgegangen. Auch wird die Bedeutung von Arbeit und Leistung und der Wandel der evangelischen Kirche im 20. und 21. Jahrhundert besprochen.

 

Bilder vom Synagogenbesuch von 2014:

 

Synagoge 1 Synagoge 2

 

Jahrgangsstufe 10:

Was für eine historische, kulturelle und theologische Bedeutung hat die Bibel? Wie vielfältig sind Religionen und religiöse Identitäten? Was ist der Buddhismus? Was ist die christliche Vorstellung von Leben und Tod? Welche ethischen Problemfelder gibt es und was ist die christliche Sicht darauf? Darum geht es in diesem Schuljahr.

 

Bilder vom Besuch des Buddhistischen Zentrums:

 

Buddha 1 Buddha 2

 

Jahrgangsstufe 11:

Das Stichwort für dieses Schuljahr ist „Wahrnehmung“. Was ist Wahrnehmung? Was ist das Wahrheitsvertändnis des Christentums? Wie nehmen wir Gott wahr? Wie gehen wir mit Leid und Unvollkommenheit um?

 

Jahrgangsstufe 12:

In der letzten Jahrgangsstufe auf dem Gymnasium werden noch das Gewissen, Ethik und Lebensführung und die Frage nach der Zukunft behandelt.

 

>> Hier der Link zum ausführlichen Lehrplan